Funktion, Aufbau und Anatomie der Kniemuskulatur bzw. Kniemuskeln

Kniemuskeln – Aufbau, Anatomie und Funktion der Kniemuskulatur

Funktion, Aufbau und Anatomie der Kniemuskulatur bzw. KniemuskelnDie Muskulatur unseres Körpers sorgt durch Kontraktion dafür, dass sich unser Körper bewegt. Im Falle des menschlichen Knies wirken insgesamt acht Kniemuskeln im Kniegelenk, sowie die gesamte Beinmuskulatur und ein gutes Dutzend Bänder zusammen, um einen flüssigen Gang und ein schnelles Rennen zu ermöglichen. Um auch im Alter noch einen funktionstüchtigen Bewegungsapparat zu besitzen, ist regelmäßiges Training der Kniemuskeln – durch spezielle Dehnübungen sowie Krafttraining – notwendig.

Kniemuskulatur Anatomie im Detail + Funktion

Während man im Alltag häufig von Beinmuskulatur spricht, so sind im Kern wirklich nur genau acht Muskeln unmittelbar am Kniegelenk positioniert. Diese sind:

  • Für die Streckung des Knies (Extension) sind die sog. Strecker verantwortlich. Dazu gehört der große vierköpfige Streckmuskel Musculus quadriceps femoris, welcher dem Oberschenkelknochen oben auf liegt. Die vier Köpfe dieses Kniemuskels setzen an der Schienbeinbeule an und strecken somit das Knie bei Kontraktion.
  • Für die Beugung des Knies (Flexion) sind die sog. Beuger zuständig. Das übernimmt der Schneidermuskel Musculus sartorius. Auch der zweiköpfige Oberschenkelmuskel sowie der Wadenmuskel Musculus gastrocnemius spielen bei der Beugung eine zentrale Rolle.
  • Die Außenrotation übernimmt der Musculus biceps femoris
  • Die Innenrotation (Einwärtsdrehung) des Knies ist Aufgabe von Musculus semitendinosus, Musculus semimembranosus, Musculus gracilis und Musculus popliteus.

Das Zusammenspiel aus Kniemuskeln und Kniebänder ermöglicht die vier Bewegungsformen – Beugung, Streckung, Innenrotation sowie Außenrotation – des Knies.

Aufbau der Kniemuskeln

Bei der Kniemuskulatur handelt es sich ausschließlich um quergestreifte Muskulatur, die willkürlich kontrahierbar ist. Die Muskeln sind über Sehnen mit den Gelenken und knöchernen Strukturen verbunden. Jeder Muskel wird von einem Bindegewebsschlauch – der Faszie – umhüllt und besteht dabei aus einzelnen Muskelfasern. In diesen Myofibrillen gibt es einzelne Kompartimente, sog. Sarkomere, in denen Aktion und Myosin-Strukturen je nach Kontraktionsstufe mehr oder weniger stark ineinander gleiten. Insofern unterscheiden sich die Kniemuskeln nicht von den Skelettmuskeln an anderen Gelenken. Wobei jedoch anzumerken ist, dass das Zusammenspiel der einzelnen Kniemuskeln sowie der Bänder äußerst komplex ist und für einen gezielten, koordinativen Gang eine entscheidende Rolle einnimmt.


Training und Übungen für die Kniemuskulatur

Werden die Muskeln im Knie nicht gefördert und trainiert, verkümmern sie gerade im Alter zunehmend. Dies wiederum erhöht die Verletzungsgefahr und vermindert die Mobilität. Daher ist bis ins hohe Alter ein regelmäßiges Training der Kniemuskulatur von fundamentaler Bedeutung. Natürlich gibt es Übungen um die Kniemuskeln zu stärken. Doch am Besten ist es natürlich, bewegungsintensiv zu leben. Das bedeutet, viel zu Fuß zu marschieren, häufig mit dem Fahrrad zu fahren und alle paar Wochen schwimmen zu gehen.


Wer noch mehr üben will, kann beispielsweise mit Kniebeugen den Muskelapparat stärken. Auch die Beinpresse ist eine beliebte und effektive Trainingsmethode, sofern das Kniegelenk gesund ist. Die allgemeine Beweglichkeit der Kniemuskeln wird zudem durch Mannschaftssportarten wie Volleyball oder Handball sowie Fußball gesteigert.

Verletzungen der Kniemuskeln

Häufige Verletzungen der Kniemuskulatur sind Muskelzerrungen und Muskeldehnungen. Eine Stufe schlimmer sind dann bereits Muskelfaserrisse. All diese Verletzungen sind in aller Regel ohne Operation behandelbar. Reißt hingegen der komplette Muskel am Kniegelenk ab, so reichen konservative Behandlungsmethoden nur in den seltensten Fällen und bei intakter Faszie aus. Generell gilt es bei muskulären Verletzungen immer die sogenannte PECH-Regel zu beherzigen, die besagt: Pausieren, Kühlen mit Eis, eine (Druck-)Kompression anlegen und das betroffene Areal hochlagern. Dies sorgt dafür, dass die Schwellung nicht zu stark wird. Anschließend ist natürlich unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Häufig wird dann der betroffene Kniemuskel geröntgt, um anhand der Bilder vom Kniemuskel das weitere Vorgehen zu entscheiden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (86 Bewertungen. Durchschnitt: 4,10 von 5)
Loading...