Naturheilkunde: Ashwagandha

In der Naturheilkunde gilt Ashwagandha (Withania somnifera) als Heilpflanze der ayurvedischen Medizin. Auch unter dem Namen Schlafbeere bekannt, wird Ashwagandha häufig bei Schlafstörungen oder Stresssymptomen eingesetzt. Darüber hinaus findet die Pflanze noch in einigen weiteren Krankheitsbildern Verwendung. Für was Ashwagandha gut sein kann, wann man es einnimmt und welche Wirkung eintreten kann, erfahren Sie im Folgenden.

Die Heilpflanze Ashwagandha im Porträt

Was ist Ashwagandha?

Der botanische Name der Ashwagandha ist Withania somnifera. Die Pflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist auch unter den Namen Schlafbeere, Winterkirsche oder Indischer Ginseng bekannt. Die Bezeichnung Ashwagandha stammt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt so viel wie der Geruch des Pferdes. In der Tat wird der Geruch der Wurzel teilweise als recht streng empfunden. Sie wächst auf sonnigen bis halbschattigen Lagen und bevorzugt eher sandige Böden. Ihre Blütezeit ist von Juli bis September, die Erntezeit von Juni bis Oktober. Als Gewürzkraut findet Ashwagandha keine Verwendung, dafür aber in der Naturheilkunde.

Ashwagandha ist eine bekannte Heilpflanze der ayurverdischen Medizin
© rochangraphics – unsplash

Für was ist Ashwagandha gut?

  • psychische und körperliche Stresssituationen
  • Immunsystem
  • Sexualfunktion
  • Leistungsfähigkeit
  • Depressionen
  • Regulierung des Gewichts
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Diabetes

Die Heilpflanze tauchte schon in alten Kräuterbüchern des Mittelalters als Schlafbeere auf. Schon zu dieser Zeit kannte man die schlaffördernde Wirkung der Pflanze. Insbesondere jedoch in Indien findet Ashwagandha in der ayurvedischen Medizin eine lange Tradition. Auch heute setzt man Ashwagandha in Form von Pulver oder Tabletten in der Naturheilkunde ein. Da Ashwagandha aufgrund von glykosidische Withanoliden über eine adaptogene Wirkung verfügt, wird die Heilpflanze in erster Linie bei Stress und Angststörungen eingesetzt. Die Wirkstoffe sollen den Körper bei psychischen oder auch körperlichen Stresssituationen unterstützen.

Ashwagandha bei Depressionen

Auch im Falle von Depressionen wird Ashwagandha in der Naturheilkunde eine positive Wirkung zugeschrieben. Es ist nicht ausreichend belegt, jedoch vermuten Experten, dass Ashwagandha die Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen und helfen kann den Serotoninspiegel zu normalisieren. Die Sensibilität der 5-HT2-Rezeptoren, also der Rezeptoren die an das Hormon Serotonin andocken, kann verbessert werden.

Positive Wirkung auf das Immunsystem

Haben wir viel Stress, kann das unserem Immunsystem langfristig gesehen schaden. Nicht selten folgt eine Krankheit der nächsten. Steroidlacton Withanolid A. ist ein Wirkstoff, der das Immunsystem unterstützen kann. In den Wurzeln und Blättern der Ashwagandha-Pflanze ist dieser enthalten, sodass Wissenschaftler darauf den positiven Effekt auf das Immunsystem zurückführen. Um dies zu belegen wurden Tierstudien durchgeführt.

Ashwagandha bei einigen weiteren Krankheitsbildern

Auch bei vielen anderen Krankheitsbildern kommt die Ashwagandha-Pflanze in der Naturheilkunde zum Einsatz wie zum Beispiel Erkrankungen der Schilddrüse oder auch zur Steigerung der allgemeinen Leistungsfähigkeit. Auch im Fall von Diabetes kann Ashwagandha Pulver oder Kapseln zum Einsatz kommen. Experten konnten nachweisen, dass die Heilpflanze den Blutzuckerspiegel senken und die Insulinsensitivität erhöhen kann.

Ashwagandha – Wirkung

Der Ashwagandha-Pflanze schreibt man unterschiedliche Wirkweisen zu wie zum Beispiel eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes, eine Unterstützung des Immunsystems oder eine Regulierung des Körpergewichts. Verantwortlich sind hierfür unterschiedliche Wirkstoffe, die in den Wurzeln und Blättern der Pflanze enthalten sind. Die Ashwagandha Wirkung beruht laut Experten in erster Linie auf dem Zusammenspiel der einzelnen Wirkstoffe. Einzelne Wirkstoffe können also gegenseitig Einfluss nehmen und so die Ashwagandha Wirkung fördern.

Wo ist Ashwagandha erhältlich?

Ashwaganda ist sowohl als Pulver als auch in Form von Kapseln erhältlich. Es gibt tierische und pflanzliche Formen der Kapseln. Vegetarier und Veganer sollten schon beim Kauf am besten auf die Inhaltsstoffe achten. In der Regel sind die tierischen Kapseln mit Gelatine umhüllt. Sowohl das Pulver als auch die Kapseln sind in zertifizierten Onlineshops sowie in einigen Apotheken, die ihr Angebot auch im Bereich Naturheilkunde ausrichten, erhältlich. Die Preise pro Produkt differenzieren stark je nach Hersteller, Verarbeitung und vor allem Qualität.

Auf die Qualität achten

Wer Ashwagandha zu gesundheitsförderlichen Zwecken erwerben möchte, sollte unbedingt auf die Qualität des Produkts achten. Da es sich um ein natürliches Produkt handelt, muss man natürlich von Abweichungen ausgehen. Allerdings sind die Inhaltsstoffe in der Regel ein gutes Kriterium für die Qualität des Produkts. Experten empfehlen, dass eine Kapsel zwischen 300 und 500 mg Wurzelextrakt enthält. Außerdem sei der Withanolid-Gehalt ein weiteres Kriterium. Dieser sollte zwischen 5 bis 10 Prozent betragen.

Darüber hinaus ist es wichtig auf die Herkunft und Verarbeitung des Produkts zu achten. Zertifizierte Anbieter werden die Inhaltsstoffe detailliert ausweisen und auch zur Herkunft und Verarbeitung alle nötigen Informationen ausstellen. Noch mehr Informationen, wie man die Qualität von Ashwagandha erkennt und zertifizierte Produkte gibt es zum Beispiel bei Fitness Vital.

Ashwagandha – Dosierung

An sich gestaltet sich die Einnahme von Ashwagandha Kapseln laut Naturheilkunde Experten als unkompliziert. Die meisten Anwender nehmen die Dosis zu den Mahlzeiten ein. Die richtige Ashwagandha Dosierung erfolgt am besten in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker. Auch die Apotheke kann beraten. In der Regel wird eine tägliche Dosierung zwischen 300 und 500 mg pro Tag empfohlen.

Weiterführende Literatur

  • Deutsche Apotheker Zeitung: „Wirkprinzip der Schlafbeere aufgeklärt. Triethylenglykol als Hypnotikum“
  • Noveille, Agatha (2018): Alles über Adaptogene: Von Ashwagandha bis Rhodiola – Heilpflanzen, die den Organismus transformieren und heilen.
  • R. Yance, Donald (2019): Adaptogene in der medizinischen Kräuterheilkunde: Auserlesene Pflanzen und natürliche Substanzen, um Stress, Altern und chronische Erkrankungen besser in den Griff zu bekommen.

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