Mentale Erschöpfung: Häufige Ursache Burnout Syndrom

Nicht selten betrifft die mentale Erschöpfung soziale Berufsgruppen, mittlerweile zählen aber auch immer mehr junge Menschen insbesondere Studenten zu den Patienten. Die Symptome zeigen sich in der Regel schleichend und werden nicht immer als solche erkannt. Das Krankheitsbild der mentalen Erschöpfung kann sich in unterschiedlichen Ausprägungen zeigen. Nicht immer muss sofort von einem Burnout die Rede sein.

Mentale Erschöpfung betrifft immer mehr junge Menschen

Eine Studie in 2018 hat ergeben, dass rund 87 Prozent der Menschen in Deutschland gestresst sind. Die häufigsten Ursachen sind hoher Termindruck, emotionaler Stress im Berufsleben sowie Überstunden. Das Berufsleben hat einen großen Einfluss auf die menschliche Psyche. Bestimmte Berufsgruppen sind besonders häufig von den Symptomen mentaler Erschöpfung betroffen so zum Beispiel soziale Berufe wie Ärzte, Krankenschwestern oder Lehrer. In den letzten Jahren gibt es darüber hinaus zunehmend junge Patienten wie ein Artikel von Zeit Online berichtet. Das aktuelle Bildungssystem verlangt viel ab, sodass sich auch immer mehr Schüler und Studenten gestresst oder sogar ausgebrannt fühlen.

Burnout-Syndrom als häufigste Ursache

Das sogenannte Burnout Syndrom ist in der heutigen Zeit bekannt, allerdings keine medizinische Diagnose. Die Betroffenen fühlen sich im Berufsleben gestresst und von ihrem Alltag überfordert. Geht das über einen längeren Zeitraum, entwickeln sich daraus handfeste Symptome, die Behandlung erfordern. Meist werden Betroffene krankgeschrieben und bekommen entsprechende Therapiemaßnahmen verschrieben. Eine individuelle Beratung ist jedoch unbedingt erforderlich, denn einheitliche Behandlungsstandards sind noch nicht vorhanden. Das Krankheitsbild kann sehr unterschiedliche Ausprägungen haben.

Mentale Erschöpfung und mögliche Symptome

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • erhöhte Reizbarkeit
  • chronische Müdigkeit
  • Nervösität und Unruhe
  • Apathie
  • Niedergeschlagenheit
  • Schlafstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Negative Grundeinstellung

Mentale Erschöpfung wird nicht immer sofort als solche erkannt, denn das Krankheitsbild zeigt sich meist in vielfältigen Ausprägungen und jeder Mensch verfügt über eine individuelle Wahrnehmung von Stress. Die Symptome können von ersten Konzentrationsschwierigkeiten und einer erhöhten Reizbarkeit bis hin zu chronischer Müdigkeit, Schlafstörungen und einer latenten Niedergeschlagenheit reichen. Wichtig ist bei den ersten Symptomen mit dem Hausarzt zu sprechen und sich gegebenenfalls einen Termin beim Facharzt geben zu lassen. Denn die mentale Erschöpfung belastet dauerhaft die eigene Leistungsfähigkeit und schränkt die Lebensqualität ein. Das Problem scheint in den meisten Fällen zu sein, dass der eigene Körper nicht genau beobachtet wird und dadurch erste Veränderungen der Psyche nicht wahrgenommen oder sogar verdrängt werden.

Burnout Syndrom durchläuft mehrere Phasen

Kennzeichnend für ein Burnout Syndrom ist, dass verschiedene Phasen durchlaufen werden. Zu Beginn des Krankheitsverlaufs zeigen Betroffene oftmals einen hohen Ehrgeiz für tägliche Aufgaben und fühlen sich der hohen beruflichen Belastung gewachsen. Erste Erschöpfungssymptome werden anfangs verdrängt. Erst in der zweiten Phase wird eine zunehmende Belastung empfunden, der immer weniger stand gehalten werden kann. Typisch sind hier meist Schlafstörungen sowie eine gewisse innerliche Unruhe. Ist das Burnout Syndrom schon weiter fortgeschritten folgen weitere Symptome wie eine latente Niedergeschlagenheit. Natürlich müssen diese Phasen nicht bei jedem Patienten auftreten. Nicht immer werden die Symptome überhaupt bewusst als solche wahrgenommen.

Mögliche Ursachen von Erschöpfungsanzeichen und Burnout Syndrom

Täglich Überstunden, ein hoher Druck bei der Notenbilanz im Studium, emotionale Überforderung im Job – es gibt viele Gründe die eine mentale Erschöpfung oder sogar ein Burnout auslösen können. Prägend für die aktuelle Zeit ist, dass viele Menschen dauerhaft erreichbar sein wollen und das auch können durch Smartphone, soziale Medien und Co. Sei es für das private Umfeld, als auch für den Chef oder die Kollegen. Das führt nicht selten zu einer Dauerbelastung. Viele tun sich schwer abzuschalten. Je nach Berufsgruppe wird Arbeitnehmern oder Selbstständigen einiges abverlangt. Überstunden und enge Abgabetermine fördern den beruflichen Stress. Auch im Studium oder sogar in der Schule können Faktoren wie eine strenge Notenbilanz oder ein gefüllter Terminkalender zu Stress führen. Das Problem ist, dass viele Arbeitnehmer, Studenten oder Schüler erste Anzeichen von Überbelastung verdrängen und sich oftmals selbst einen hohen Perfektionsdrang aufzwingen. Natürlich gibt es auch private Ursachen wie ein bestimmtes soziales Umfeld. Wichtig ist die Ursachen rechtzeitig zu erkennen, um erfolgreiche Therapiemaßnahmen durchführen zu können.

Erste Schritte gegen Stress und mentale Erschöpfung im Berufsleben

Wichtig ist ein Arbeitsplatz, der für Wohlbefinden sorgt sowie ein strukturierter Arbeitsalltag, der auch Raum für kurze Pausen zulässt. Die gesetzlich vorgegebenen Mittagspausen sollten bewusst genutzt werden, um wieder Energie zu bekommen. Neben ausreichend Schlaf und einer gesunden Ernährung kann auch die Freizeitgestaltung helfen ersten Symptomen der Erschöpfung gezielt entgegen zu wirken.

Ärztliche Therapie erforderlich beim Burnout Syndrom

Sind die Symptome der Betroffenen bereits stärker ausgeprägt und schränken die Lebensqualität ein, sollte nicht gezögert werden einen Arzt zu konsultieren. Dieser kann durch ein erstes Gespräch und Ermitteln der möglichen Auslöser geeignete Therapie Maßnahmen verschreiben. Für ein Burnout sollten sich Betroffene nicht schämen. Es betrifft viele Menschen in der heutigen Zeit und kann je nach Ausprägung unterschiedlich behandelt werden.

Literaturempfehlungen:

  • Dr. Prieß, Mirriam: Burnout kommt nicht nur von Stress: Warum wir wirklich ausbrennen – und wie wir zu uns selbst zurückfinden (2013)
  • Hillert, Andreas; Koch, Stefan und Lehr, Dirk: Burnout und chronischer beruflicher Stress: Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige (Ratgeber zur Reihe »Fortschritte der Psychotherapie«) (2017)
  • Lebold, Sabine: Heimweh. Meine Reise zum eigenen Ich (2019)
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