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Rückenschmerzen – Symptome, Diagnose und therapeutische Ansätze

Rückenschmerzen zählen zu einer der Volkskrankheiten schlechthin in Deutschland und generell in allen Dienstleistungsgesellschaften. Unser bewegungsarmer Lebenswandel, das stundenlange Sitzen in Schule, Ausbildung oder Studium sowie in vielen Berufen fordert in der Regel bereit ab Anfang 40, gelegentlich auch schon früher, seinen Tribut. Da der Rücken ein äußerst sensibles aber auch gleichermaßen komplexes Gebilde aus Muskeln, Bindegewebe, Knochen und Knorpel ist, stellt die Diagnose bei Schmerzen oder anderweitigen Problemen im Rückenbereich oftmals eine wahre Herausforderung an Ärzte und Physiotherpeuten dar.

Hinweis: Prinzipiell können auch schon leichte Verletzungen und Schmerzen im Rücken unbehandelt schwerwiegende Folgeverletzungen verursachen. Daher sollten Sie bei Beschwerden prinzipiell immer einen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen. Die hier nachfolgenden Informationen dienen nur zur ersten Grobeinschätzung und ersetzen in keinster Weise die gewissenhafte Anamnese und Diagnose eines approbierten Haus- oder idealerweise Facharztes.

Die häufigsten Gründe für Rückenschmerzen

Die Ursachen der dritthäufigsten Volkskrankheit in Deutschland sind hausgemacht: Wir fördern in unsere zivilisierten Gesellschaft den Bewegungsapparat zu selten, vernachlässigen direkte oder indirekte Muskelstärkungen und verbringen zu viele Stunden am Tag in sitzender Haltung. Die Folgen davon sind offensichtlich: Die Rückenmuskulatur ist unterentwickelt und kann der Wirbelsäule keinen Halt mehr gegeben. Dadurch werden Wirbel und Bandscheiben abnorm beansprucht, was zu schnelleren Verschleißerscheinungen und Folgeerkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Sehnenrissen führen kann.

Auch chronisches Übergewicht, eine große Oberweite bei Frauen sowie Schwangerschaften können Rückenschmerzen verursachen.

Symptome – So äußern sich Rückenbeschwerden

symptome von Rückenschmerzen MannDa sich der Rücken auf der vertikalen Körperachse quasi durch den halben Organismus zieht, können an verschiedensten Stellen Beschwerden symptomatisch auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören Blockaden in der seitlichen Bewegungsrichtung. Wenn das Drehen des Thorax gar nicht mehr oder nur unter Schmerzen möglich ist, liegt in fast allen Fällen bereits eine Verletzung vor, die einer längerfristigen medizinischen Behandlung bedarf.

Stechende Schmerzen an der Wirbelsäule können auf einen Hexenschuss oder einen Bandscheibenvorfall hinweisen. Bei einem Hexenschuss handelt es sich um das Einklemmen neuronaler Leitungen im oder an den Wirbeln. Breitet sich dabei der stechende Schmerz auch in die Hüftregion oder sogar in den Oberschenkel aus, so ist in der Regel der Ischais-Nerv betroffen. Der Bandscheibenvorfall hingegen beschreibt den gänzlichen oder teilweisen Austritt einer Bandscheibe zwischen zwei Wirbeln.

Desweiteren können Schmerzen in der unmittelbaren Wirbelsäulenregionen aber auch auf Wirbelbrüche hindeuten. Liegt hingegen ein stechender Schmerz wenige Zentimeter von der Wirbelsäule entfernt (seitlich) vor, so handelt es sich in aller Regel um einen Muskelfaserriss oder eine Zerrung der Rückenmuskulatur. Dieser Verdacht erhärtet sich, wenn der Schmerz insbesondere bei bestimmten Bewegungen, nicht aber bei völliger Entspanntheit (etwa beim Liegen) hervortritt.



Schmerzen an der Halswirbelsäule und eine Unbeweglichkeit im Halsbereich können auf muskuläre Verspannungen oder Abnutzungserscheinungen an den Halswirbeln schließen lassen.

Diagnosemöglichkeiten für den behandelnden Arzt

Bevor der Arzt die Ursachen für die auftretenden Rückenschmerzen eruiert, muss eine ausführliche Anamnese durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Anamnese werden mögliche Vorerkrankungen oder Begleiterscheinungen ebenso abgefragt wie die allgemeine körperliche und psychische Konstitution. So kann der Medizinier bereits Rücken- und Gliederschmerzen die aufgrund eines aktuellen Infekts gelegentlich auftreten können, im Vorfeld bereits ausschließen.

Im Anschluss daran wird die Wirbelsäule abgetastet und optisch untersucht. Der Patient muss dabei verschiedene, einfach Übungen durchführen und dem behandelnen Arzt mögliche Schmerzen dabei mitteilen. Durch dieses Vorgehen kann das Epizentrum des Schmerzes am Rücken lokalisiert werden, was ins besondere bei muskulären Verletzungen von Bedeutung sein kann.

Bei speziellen Verdachtsmomenten ist in Folge dessen auch eine Röntgen- oder MRT-Untersuchung angezeigt. Insbesondere wenn den Rückenschmerzen möglicherweise ein Bandscheibenvorfall zu Grunde liegt, lassen sich diese Untersuchungsmethoden nicht vermeiden.

Therapieansätze und Prävention von Rückenschmerzen

Neben einer meist kurzfristigen Medikamentengabe zur Schmerzlinderung sind je nach Art der Verletzung ganz unterschiedliche Therapieansätze möglich. Während bei einem Bandscheibenvorfall eine Operation notwendig sein kann, so gilt es bei Muskelverletzungen mithilfe einer Wärme-Therapie sowie verordneten Physiotherapie-Stunden eine Regeneration zu erwirken. Auch bei Rheuma und Ischias kann Wärme in Kombination mit sanfter aber beständiger Physiotherapie eine dauerhafte Besserung hervorrufen.

Präventiv ist stets ein aktiver, sportlicher Lebenswandel anzuraten, um die Rückenmuskulatur zu stärken und Haltungsschäden entgegenzuwirken.
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