Trichinen

Trichinen (Trichinellose) Symptome, Krankheitsverlauf, Vorbeugung

Was sind Trichinen?

Bei Trichinen handelt es sich um sehr klein bleibende Fadenwürmer (Nematoden), die als Endoparasiten Säugetiere (auch den Menschen) und Vögel befallen. Das Krankheitsbild, welches durch die Trichinen hervorgerufen wird, bezeichnet man als Trichinellose. Die Trichinen werden vor allem über kontaminiertes Schweinefleisch aufgenommen. Über den Verdauungstrakt können sie sich in alle Körpergewebe ausbreiten.

Was sind die Symptome einer Trichinellose?

Eine Trichinellose wird symptomatisch in 2 Phasen unterteilt. In Phase eins, die Trichinenlarven befinden sich im Verdauungstrakt, kommt es meist zu Bauchschmerzen und leichter Übelkeit. Zwei bis acht Wochen nach der Infektion beginnt die 2. Phase, in der sich die Larven bereits in der quergestreiften Muskulatur befinden. Hier treten Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Fieber und Juckreiz auf.

Wie wird eine Trichinellose diagnostiziert?

Es gibt keine präzisen Verfahren, mit denen ein Trichinenbefall des Verdauungstraktes nachgewiesen werden kann. Während dieser vergleichsweise kurzen Phase des Unwohlseins wird oftmals auch keinerlei ärztlicher Beistand aufgesucht. Ein Indiz könnte der Verzehr von ungenügend gebratenem Schweinefleisch in den zurückliegenden Tagen sein.

Während der Muskelphase (Phase 2) können Schwellungen der Augenlider, Muskelschwellungen in Verbindung mit Muskelschmerzen Indizien für eine Trichinellose sein. Treten zusätzlich leichte Blutungen unter den Fingernägel oder am Bindegewebe des Auges auf, so ist eine Trichinellose sehr wahrscheinlich. Doch diese Anzeichen treten erst einige Wochen nach der Infektion, also nach dem Verzehr von rohem Fleisch, auf.

Zudem können zahlreiche Bluttests zwar nicht spezifisch Trichinen, jedoch die Immunantwort des Körpers auf die Eindringlinge nachweisen. Der zuverlässigste Nachweis für Trichinen stellt eine Muskelbiopsie dar.

Wie wird eine Trichineninfektion behandelt? Wie stehen die Heilungschancen?

Manche Fälle erfordern keinerlei medikamentöse Intervention, da sich die Symptome im Rahmen halten und von alleine verschwinden. Dennoch ist eine schnelle Therapie wichtig, da es bei schwerwiegenderen Krankheitsverlaufen zu lebendsbedrohlichen Komplikationen kommen kann. Häufig werden Mebendazol und Albendazol verabreicht. Bei einer zügigen Therapie stehen die Chancen einer vollständigen Genese sehr gut. Die Sterberate liegt weltweit noch bei rund 0,2%.

Was kann man tun, um eine Infektion zu vermeiden?




Die beste Vorbeugung besteht in einer gründlichen Fleischuntersuchung auf die Trichinenkapseln. Diese ist in Europa gesetzlich vorgeschrieben. Durch einfrieren oder gründliches erhitzen des Fleisches lassen sich alle Erreger abtöten. Das Fleisch lediglich zu räuchern reicht nicht aus.

Über den Erreger Trichinella spiralis

Die adulten Parasiten erreichen eine Länge von bis zu 4 Millimetern (Weibchen) und besitzen ein charakteristisches, verdicktes Hinterende auf. Die Trichinell-Larven wachsen in kapselförmigen Gebilde in mitten von Muskelgewebe des Wirtes heran. Mit diesen Kapseln werden die umgebenden Blutgefäße des Wirtes angezapft, sodass die Larven durch die im Blut gelösten Nährstoffe miternährt werden. Der herangewachsenen Trichinen wandern dann in die äußeren Schichten der Dünndarmwand. Dort angekommen, reifen sie innerhalb von 2 Tagen zu fortpflanzungsfähigen, adulten Nematoden heran. Nach der Verpaarung der Trichinen werden die Larven in den Dünndarm des Wirtes abgegeben. Von dort gelangen sie über die Blutbahnen in sämtliche, quergestreife Muskelgewebsschichten des Wirtorganismuses. Dort entsteht erneute die Kapselbildung mit anschließender Reifung der Larven. In diesem Stadium können die Trichinenlarven theoretisch viele Jahre überdauern.

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