Spulwürmer (Ascariasis)

Ascariasis ist eine felativ häufig anzutreffende Infektion, verursacht durch Spulwürmer der Gattung Ascaris. Die wurmartigen Parasiten können dabei eine Länge von wenigen Millimetern bis hin zu 50cm erreichen. Weltweit sind nach Angaben der WHO über 1 Milliarde Menschen mit Spulwürmern infiziert. Besonders häufig sind Infektionen mit der Spulwurmart Ascaris lumbricoides in Gebieten, in denen die Hygienevorschriften bei der Nahrungszubereitung nicht eingehalten werden können, wodurch verunreinigte Nahrung in den menschlichen Körper gelangen kann.

Was verursacht eine Infektion?

Dazu muss sich kurz der Lebenszyklus dieses Parasiten vergegenwärtigt werden. Die Spulwürmer vermehren sich in den Gedärmen ihrer Wirte, wobei sie mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen.

  • Über die Nahrung aufgenommene Eier der Spulwürmer gelangen in den Magen-Darm-Trakt.
  • Dort schlüpfen die Larven und wandern über den Blutstrom zu den Lungen.
  • Nachdem sie dort zu geschlechtsreifen Tieren herangewachsen sind, wandern sie zurück in den Dünndarm.
  • Dort werden erneut Eier gelegt und der Kreislauf wiederholt sich, wobei stets auch einige Eier über den Stuhlgang bzw. Kot des jeweiligen Tieres den Organismus verlassen und nur ein Teil somit wieder als Larven zu den Lungen gelangt.

Kommen diese Ausscheidungen mit Nahrungsmitteln in Kontakt, so ist eine Infektion höchst wahrscheinlich. Auch, wenn Kot der Tiere in Gewässer gelangen, kann dies zu Infektionen bei Badegästen, die versehntlich etas Wasser verschlucken, führen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich.

Was sind Symptome, die auf Spulwürmer hinweisen?

Ascariasis ruft verschiedenste Symptome hervor, je nach dem, in welchem Stadium sich die Parasiten gerade befinden und welche Körperregionen akut befallen sind.

Sind die Spulwürmer in die Lungen vorgedrungen, so verursachen sie Kurzatmigkeit, Erbrechen und Hustenanfälle. Im Verdauungstrakt rufen die Erreger hingegen Unregelmäßigkeiten im Stuhlgang, teils heftige Bauchschmerzen und einen rapiden Gewichstverlust aus. Auch in dieser Phase kann es zum Erbrechen kommen. Zusätzliche Begleiterscheinungen können zudem Fieber und allgemeine Abgeschlagenheit sein.

Eine lange andauernde Infektion mit Spülwürmern geht aber oft auch mit schwerwiegenderen Krankheitsverläufen wie Darmverschluss einher, sofern nicht medizinisch dagegen gehandelt wird. Noch gefährlicher wird es, wenn die Spulwürmer auch andere Bereiche des Körpers ‚besetzen‘ und dort Entzündungen sowie Gewebeschäden hervorrufen.



Ein komplett symptomloser Befall von Spulwürmer ist zudem möglich.

Wie wird Ascariasis diagnostiziert?

Dies geschieht meist problemlos über Blutproben oder eine Analyse des Stuhlgangs unter einem einfachen Mikroskop. Bei einem Befund werden oftmals genauere Tests durchgeführt, um herauszufinden, wie groß die Parasitenzahl im Körper ist und wo genau sie sich derzeit befinden. Dazu wird meist eine Computertomografie (CT) angewendet. Je nach Infektionsdauer wird im Anschluss der Diagnose ermittelt, wie hoch das Risiko für Komplikationen in etwa ist, wodurch die am besten geeignete Therapie ermittelt wird.

Wie wir ein Spulwurmbefall behandelt?

Gewöhnlich werden antiparasitäre Medikamente verschrieben, welchen die Spülwürmer gezielt und zeitnah abtöten. Eine derartige Therapie kommt genau dann zum Einsatz, wenn davon auszugehen ist, dass sich der Großteil der Parasiten aktuell im Verdauungstrakt befindet.

Wie stehen die Heilungschancen?

Viele Patienten erholen sich relativ schnell und vollständig von einem Spulwurmbefall, manche gar ohne Therapie. Dennoch ist es ratsam, zügig einen Arzt aufzusuchen, wenn der Bedacht einer Spulwurminfektion besteht. Denn werden andere Organe von diesen Parasiten befallen, wie beispielsweise die Bauchspeicheldrüse, kann diese Infektionen ein lebensbedrohliches Ausmaß erreichen.

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