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symptome von Rückenschmerzen Mann

Rückenschmerzen – Symptome, Diagnose und therapeutische Ansätze

Rückenschmerzen zählen zu einer der Volkskrankheiten schlechthin in Deutschland und generell in allen Dienstleistungsgesellschaften. Unser bewegungsarmer Lebenswandel, das stundenlange Sitzen in Schule, Ausbildung oder Studium sowie in vielen Berufen fordert in der Regel bereit ab Anfang 40, gelegentlich auch schon früher, seinen Tribut. Da der Rücken ein äußerst sensibles aber auch gleichermaßen komplexes Gebilde aus Muskeln, Bindegewebe, Knochen und Knorpel ist, stellt die Diagnose bei Schmerzen oder anderweitigen Problemen im Rückenbereich oftmals eine wahre Herausforderung an Ärzte und Physiotherpeuten dar.

Hinweis: Prinzipiell können auch schon leichte Verletzungen und Schmerzen im Rücken unbehandelt schwerwiegende Folgeverletzungen verursachen. Daher sollten Sie bei Beschwerden prinzipiell immer einen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen. Die hier nachfolgenden Informationen dienen nur zur ersten Grobeinschätzung und ersetzen in keinster Weise die gewissenhafte Anamnese und Diagnose eines approbierten Haus- oder idealerweise Facharztes.

Die häufigsten Gründe für Rückenschmerzen

Die Ursachen der dritthäufigsten Volkskrankheit in Deutschland sind hausgemacht: Wir fördern in unsere zivilisierten Gesellschaft den Bewegungsapparat zu selten, vernachlässigen direkte oder indirekte Muskelstärkungen und verbringen zu viele Stunden am Tag in sitzender Haltung. Die Folgen davon sind offensichtlich: Die Rückenmuskulatur ist unterentwickelt und kann der Wirbelsäule keinen Halt mehr gegeben. Dadurch werden Wirbel und Bandscheiben abnorm beansprucht, was zu schnelleren Verschleißerscheinungen und Folgeerkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Sehnenrissen führen kann.

Auch chronisches Übergewicht, eine große Oberweite bei Frauen sowie Schwangerschaften können Rückenschmerzen verursachen.

Symptome – So äußern sich Rückenbeschwerden

symptome von Rückenschmerzen MannDa sich der Rücken auf der vertikalen Körperachse quasi durch den halben Organismus zieht, können an verschiedensten Stellen Beschwerden symptomatisch auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören Blockaden in der seitlichen Bewegungsrichtung. Wenn das Drehen des Thorax gar nicht mehr oder nur unter Schmerzen möglich ist, liegt in fast allen Fällen bereits eine Verletzung vor, die einer längerfristigen medizinischen Behandlung bedarf.

Stechende Schmerzen an der Wirbelsäule können auf einen Hexenschuss oder einen Bandscheibenvorfall hinweisen. Bei einem Hexenschuss handelt es sich um das Einklemmen neuronaler Leitungen im oder an den Wirbeln. Breitet sich dabei der stechende Schmerz auch in die Hüftregion oder sogar in den Oberschenkel aus, so ist in der Regel der Ischais-Nerv betroffen. Der Bandscheibenvorfall hingegen beschreibt den gänzlichen oder teilweisen Austritt einer Bandscheibe zwischen zwei Wirbeln.

Desweiteren können Schmerzen in der unmittelbaren Wirbelsäulenregionen aber auch auf Wirbelbrüche hindeuten. Liegt hingegen ein stechender Schmerz wenige Zentimeter von der Wirbelsäule entfernt (seitlich) vor, so handelt es sich in aller Regel um einen Muskelfaserriss oder eine Zerrung der Rückenmuskulatur. Dieser Verdacht erhärtet sich, wenn der Schmerz insbesondere bei bestimmten Bewegungen, nicht aber bei völliger Entspanntheit (etwa beim Liegen) hervortritt.



Schmerzen an der Halswirbelsäule und eine Unbeweglichkeit im Halsbereich können auf muskuläre Verspannungen oder Abnutzungserscheinungen an den Halswirbeln schließen lassen.

Diagnosemöglichkeiten für den behandelnden Arzt

Bevor der Arzt die Ursachen für die auftretenden Rückenschmerzen eruiert, muss eine ausführliche Anamnese durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Anamnese werden mögliche Vorerkrankungen oder Begleiterscheinungen ebenso abgefragt wie die allgemeine körperliche und psychische Konstitution. So kann der Medizinier bereits Rücken- und Gliederschmerzen die aufgrund eines aktuellen Infekts gelegentlich auftreten können, im Vorfeld bereits ausschließen.

Im Anschluss daran wird die Wirbelsäule abgetastet und optisch untersucht. Der Patient muss dabei verschiedene, einfach Übungen durchführen und dem behandelnen Arzt mögliche Schmerzen dabei mitteilen. Durch dieses Vorgehen kann das Epizentrum des Schmerzes am Rücken lokalisiert werden, was ins besondere bei muskulären Verletzungen von Bedeutung sein kann.

Bei speziellen Verdachtsmomenten ist in Folge dessen auch eine Röntgen- oder MRT-Untersuchung angezeigt. Insbesondere wenn den Rückenschmerzen möglicherweise ein Bandscheibenvorfall zu Grunde liegt, lassen sich diese Untersuchungsmethoden nicht vermeiden.

Therapieansätze und Prävention von Rückenschmerzen

Neben einer meist kurzfristigen Medikamentengabe zur Schmerzlinderung sind je nach Art der Verletzung ganz unterschiedliche Therapieansätze möglich. Während bei einem Bandscheibenvorfall eine Operation notwendig sein kann, so gilt es bei Muskelverletzungen mithilfe einer Wärme-Therapie sowie verordneten Physiotherapie-Stunden eine Regeneration zu erwirken. Auch bei Rheuma und Ischias kann Wärme in Kombination mit sanfter aber beständiger Physiotherapie eine dauerhafte Besserung hervorrufen.

Präventiv ist stets ein aktiver, sportlicher Lebenswandel anzuraten, um die Rückenmuskulatur zu stärken und Haltungsschäden entgegenzuwirken.
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Rheuma – Ursachen, Symptome, Therapie

Gefährdete Gelenke bei RheumaInsgesamt gibt es über 100 unterschiedliche Erkrankungsformen die als Rheuma bezeichnet werden. Die häufigste Form beim Rheuma ist die Rheumatoide Arthritis, wobei es sich um eine chronische Gelenkentzündung handelt bei der Sehnenscheiden, die Gelenk-Innenhaut und die Schleimbeutel entzündet sind. Frauen sind von dieser Erkrankung doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Rheuma: Ursachen und Symptome

Welche Ursachen für Rheuma verantwortlich sind konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Man geht allerdings davon aus, dass das Immunsystem hier körpereigene Substanzen als fremd ansieht und dadurch diesen entzündlich entgegenwirkt. Die fehlerhaften Immunzellen wandern so in die Gelenke, wo sich entzündungsfördernde Stoffe produzieren.

Heilbar ist die Krankheit nicht, wird sie allerdings im frühen Stadium erkannt, kann die sich langsam fortschreitende Entzündung und Zerstörung der Gelenke verlangsamt oder gestoppt werden. Bemerkbar macht sich die Rheumatoide Arthritis durch erste Anzeichen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und leichtes Fieber.

Diagnostiziert werden kann Rheuma in diesem Stadium nur schwer. Nach einer gewissen Zeit treten aber konkretere Symptome wie gerötete, warme und geschwollene Gelenke und eine gewisse Gelenksteifheit am Morgen auf. Dabei können die Beschwerden sowohl plötzlich als auch schleichend auftreten. Meist sind Bereiche wie die Fuß- und Knie- sowie Hand- und Schultergelenke betroffen.

Im weiteren Krankheitsverlauf wird die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke immer stärker eingeschränkt. Hinzu kommt ein Verformen der Gelenke und starke Schmerzen. Es gibt inzwischen aber zahlreiche Behandlungsformen, die die Krankheit eindämmen und die Schmerzen lindern können.

Die verschiedenen Behandlungsformen von Rheuma im Überblick

Medikamentöse Therapie als Basistherapie

Bei der medikamentösen Therapie steht an erster Stelle die Entzündungen zu kontrollieren und die Schmerzen zu lindern, damit ein Fortschreiten der Gelenkzerstörung aufgehalten wird. In der Regel kommt hier nicht nur ein Medikament zum Einsatz. Bei den eingesetzten Medikamenten handelt es sich um eine Kombination aus schmerzlindernden und entzündungshemmenden Mitteln.
Die Wirkung der Medikamente tritt in der Regel nach etwa 1 bis 6 Monaten auf.

Ernährungsumstellung




Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Therapie besteht in einer Ernährungsumstellung. Diese kann Medikamente manchmal sogar überflüssig machen. Experten empfehlen eine überwiegend pflanzliche Kost in Form von fettarmen Fisch- und Milchprodukten. Wer seinen Speiseplan dementsprechend anpasst, verhindert die Aufnahme von entzündungsfördernden Bestandteilen wie Arachidonsäure. Diese Säure befindet sich vor allen Dingen in Eiern, Fleisch und stark fetthaltigen Milchprodukten.

Wärmetherapie

Eine sehr beliebte Therapieform bei Rheuma ist die Wärmetherapie mit Fango. Dabei kommen Fango-Wärmepackungen zum Einsatz die bei 45 bis 50 Grad für 20
bis 40 Minuten auf die betroffenen Stellen gelegt werden. Sie wirken schmerzlösend, entspannend und fördern die Durchblutung. Es gibt aber noch zahlreiche andere Möglichkeiten in der Wärmetherapie. So zum Beispiel das warme Armbad.

Zum Einsatz kommt hier eine spezielle Armbadewanne oder ein tiefes Waschbecken. Die Arme müssen bis zu Hälfte vom Oberarm ins Wasser eintauchen können. Die Wassertemperatur beträgt hier zwischen 36 und 38 Grad. Versetzt wird das Wasser noch mit wohltuenden Zusätzen wie Latschenkiefer oder Fichtennadeln. Eingetaucht werden müssen die Arme für ca. 20 Minuten. Währenddessen werden bestimmte Fingerübungen durchgeführt. Für die Anwendung zu Hause gibt es auch spezielle Wärmepackungen, die in jeder Apotheke erhältlich sind. Die Packungen können ganz einfach im Backofen oder in der Mikrowelle erwärmt werden, um sie anschließend auf die betroffenen Stellen zu legen. Meist können diese Wärmepackungen mehrmals verwendet werden.

Zu beachten gilt hier aber unbedingt, dass Wärmepackungen bei Beschwerden wie Bluthochdruck und Herzerkrankungen nur nach einer Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden dürfen. Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung einer Heizdecke um die betroffenen Gelenke zu wärmen. Alles in allem können Betroffene auf
zahlreiche Möglichkeiten in der Wärmetherapie zurückgreifen, so dass jeder die für sich persönlich beste Wärmetherapie finden sollte, um seine Beschwerden dauerhaft zu lindern.

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Blutdruckschwankungen mit einem Blutdruck Messgerät bestimmen

Blutdruckschwankungen – Ursachen, Symptome, Therapie

Blutdruckmessung bei zu hohem oder zu niedrigem BlutdruckUnter Blutdruck ist die Kraft zu verstehen, mit der das Blut in unserem Körper an die Blutgefäßwände drückt.  Wie für alle medizinischen Gegebenheiten und Abläufe, haben Wissenschaftler auch für den Blutdruck einen gemittelten Durchschnittswert ermittelt, welcher altersabhängig ist und in mmHg gemessen wird. Das erstaunliche am Blutdruck ist, dass er sich nicht nur über die Jahre im Rahmen des Alterungsprozesses verändert, sondern auch situationsbezogen Adaptationen vornimmt. So schwankt Ihr Blutdruck im Tagesverlauf beispielsweise in Abhängigkeit von körperlicher Ertüchtigungen oder auch von Mahlzeiten. Diese Schwankungen finden bei einem gesunden Menschen jedoch in sehr überschaubaren Ausprägungen statt und stellen für den Organismus keinerlei Gefahr dar. Die Blutdruckschwankungen sind sogar lebensnotwendig: Denn würde sich der Blutdruck nicht anpassen, wären Muskeln und Sehnen in Aktivitätsphasen in Bezug auf Sauerstoff und Nährstoffe unterversorgt. Und in den Tagesphasen der Ruhe, wie etwa nachts, würde ein starrer Blutdruck den Einschlafprozess verzögern.

Das ist unter Blutdruckschwankungen zu verstehen

Wenn Sie schon einmal mitbekommen haben, wie sich Mediziner über den Blutdruck ihrer Patienten unterhalten, fallen oftmals Äußerungen wie „120 zu 70“ oder „134 – 79“. Mit diesen beiden Größen sind der systolische und der diastolische Blutdruck gemeint. Beide werden durch unterschiedliche Phasen der Herzkontraktion gebildet, welche sich – solange das Herz schlägt – beständig wiederholen. Als Normwerte für gesunde, erwachsene Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren gelten hierbei:

Systolischer Blutdruck: 120 bis 130

Diastolischer Blutdruck: 80 bis 84

Schwankt nun dieser Blutdruck in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen über oder unter das normale Maß, spricht man von einer pathologischen, also ‚krankhaften‘ Blutdruckschwankung. Dabei ist ein zu hoher Blutdruck (Hypertonie) mit 140/90 mmHg und ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) mit einem systolischen Wert von unter 100 mmHg definiert.

Mögliche Ursachen für die Schwankungen des Blutdrucks

Der Tagesverlauf, die Ernährungsweise, der körperliche Fitnesszustand sowie kurzzeitige aber auch dauerhafte Stresssituationen physischer wie psychischer Natur können Gründe für eine abnorme Veränderung des Blutdrucks sein. Auch Übergewicht, die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und natürlich Grunderkrankungen, welche das Herz-Kreislauf-System betreffen, spielen häufig eine Rolle.

So diagnostiziert der Arzt Blutdruckschwankungen

Wenn bei Ihnen schon einmal eine Auffälligkeit in Bezug auf Ihren Blutdruck von ärztlicher Seite festgestellt wurde, so ist die eigenständige, regelmäßige Messung des Blutdrucks und deren Dokumentation (beispielsweise in eine kleinen Notizbuch) anzuraten. Der eigentliche Messvorgang ist recht simpel und vollkommen schmerzfrei: Üblicherweise bekommen Sie eine Manschette um den rechten Oberarm gebunden. Über eine kleine Handpumpe wird diese Manschette so lange aufgepumpt, bis der im betroffenen Areal kurzzeitig zum Erliegen kommt. Anschließend entlässt die Person, welche den Blutdruck misst, langsam die Luft aus der Armmanschette, bis der Blutdruck wieder in der Lage ist, das Blut weiter zu befördern.



Man zwingt in dieser Methode also durch den Druck der Manschette dem körpereigenen Blutdruck eine gegenläufige Kraft auf. An dem Punkt, an dem der Blutdruck wieder die Oberhand gewinnt, notiert man sich die Werte auf der Messskala. Mittlerweile gibt es für die häusliche Messung auch Blutdruck-Messeräte, welche den Vorgang des Aufpumpens sowie der schrittweisen Erschlaffung automatisiert durchführen.

Zu Beginn kann es sein, dass der begleitende Hausarzt auch ein Langzeit-EKG sowie ein Belastungs-EKG durchführen lässt, um das genaue Ausmaß der Blutdruckschwankungen zu eruieren.

Therapiemöglichkeiten und Behandlungstypen

In Abhängigkeit vom Alter des Patienten und dem Schweregrad der Blutdruckschwankungen haben Ärzte heute eine ganze Bandbreite an Ansatzmöglichkeiten, um den Blutdruck dauerhauft auf ein Normalmaß zu bringen.

Liegt ein tendentiell zu niedriger Blutdruck vor, so ist dies erstmal nicht zwangsläufig therapiebedürftig. Jedoch müssen regelmäßige Kontrollen erfolgen um die aktuelle Situation stets im Blick zu haben. Bei extrem niedrigen Blutdruckwerten werden üblicherweise Medikamente mit leicht aufputschender Wirkung verschrieben.

Die weit größere Gefahr geht von einem zu hohen Blutdruck aus, welche schwerwiegende und im unbehandelten Zustand gar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Hier gilt es für Ärzte, durch die Vergabe von Betablockern und Diuretika dafür zu sorgen, dass der systolische Wert schnellstmöglich auf unter 140 abgesenkt wird. Langfristig schaffen hier in vielen Fällen eine Umstellung der Ernährungsweise sowie eine Bewegungstherapie dauerhafte Besserung. Genau in diesen Punkten liegt auch die beste Prophylaxe gegen Blutdruckschwankungen: Wer sich viel bewegt, leichten aber regelmäßigen Ausdauersport betreibt und sich darüber hinaus auch noch gesund ernährt, der senkt das Risiko, vor seinem 60. Geburtstag an Blutdruckschwankungen zu leiden, um über 50%.

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Schlafkrankheit und ihr Folgen - Mann schläft auf Parkbank

Schlafkrankheit (Narkolepsie) – Symptome, Behandlung, Medikamente

Schlafkrankheit und ihr Folgen - Mann schläft auf ParkbankDer medizinische Name für die Schlafkrankheit lautet „Narkolepsie“ und ist eine neurologische Erkrankung. Im Wort Narkolpsie steckt das Wort „Narkose“ und deutet schon gleich auf die Brisanz dieser Krankheit hin.

 

 

Was ist Narkolepsie?

Narkolepsie ist auch bekannt unter

  • Schlafkrankheit
  • Schlummersucht
  • Sidd’sches Syndrom

 

Wie bei einer verabreichten Narkose überkommen den Patienten plötzliche unangemeldete Einschlafattacken.

Schlafkrankheit bedeutet, dass der Patient keinen Einfluss darauf hat, wann er schlafen möchte. Verantwortlich dafür ist eine neurologische Störung und zwar im Gehirn. Sie bringt in dem zuständigen Bereich im Gehirn dauerhaft das Schlafbedürfnis und das Wachsein aus dem Takt. Die Patienten können sich nicht gegen den Schlafzwang wehren. Die Augen fallen einfach zu, wenn ein Schub dieser Krankheit im Anmarsch ist.

Symptome und Auswirkungen einer Narkolepsie

  • exzessiver Tagesschläfrigkeit
  • Kataplexien
  • Schlaflähmungen
  • hypnagogen Halluzinationen

 

Schlafen als eine Art Sucht

Das Schlummern oder Schlafen ist für den Körper eine Art von Sucht, daher die Unabänderlichkeit. Schlafkrankheit ist eine seltene Gesundheitsstörung, aber leider eine sehr gefährliche. Denn der unregelmäßige Schlafzwang ereignet sich meist im ungeeigneten Augenblick, man denke nur an Autofahrten oder Hecke schneiden etc.



Die ständigen Symptome sind starke Tagesschläfrigkeit, die natürlich ein geordnetes Berufsleben erschwert bis unmöglich macht. Die gesamte Lebensqualität wird durch chronische Müdigkeit und unkontrollierbare Einschlafattacken stark eingeschränkt. Leider werden die Patienten diese Krankheit nie wieder los. Sie begleitet sie ein Leben lang, hat aber keinen Einfluss auf die Lebenserwartung, die bleibt normal.

Die Behandlung von Narkolepsie

Die Behandlung von Narkolepsie erfolgt mit Medikamenten und festen Regeln für den Alltag. Sehr erfolgreich ist eine moderate sportliche Betätigung, damit dem Gehirn keine Monotonie geliefert wird. Die Einhaltung von regelmäßigen Uhrzeiten für die Nachtruhe soll auch förderlich sein. Das Gehirn kann diese Regelmäßigkeit wahrscheinlich registrieren. Wenn möglich soll der Patient freiwillig tagsüber ein Nickerchen oder einen Mittagsschlaf einlegen, zumal vor geplanten langen Wachzeiten. Dieses Verhalten kann dem Gehirn signalisieren, dass kein Schlafmangel besteht und eine Einschlafattacke eventuell verhindern.

Es soll aber auch erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeiten mithilfe von alternativer Heilmethoden, wie Yoga geben. Yoga, zum Beispiel, erhöht die Kontrolle über den Körper auf vielen Ebenen und ermöglicht somit auch Kontrolle über neurologische Prozesse.

Medikamente gegen Narkolepsie

Als Medikamente bei Narkolepsie haben sich zwei unterschiedliche Stimulanzien bewährt, beide mit leicht aufputschender und wach haltender Wirkung. Das sind Medikamente mit den Wirkstoffen

  • Modafinil oder
  • Methylphenidat

 

In manchen Fälle ist auch die Verabreichung von Antidepressiva sinnvoll. Für die Zukunft setzt man zur Behandlung der Schlafkrankheit auf eine Beeinflussung des Immunsystems.

An der Behandlung der Narkolepsi wird geforscht und sicher werden bald neue Erkenntnisse gewonnen.

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Riss der Achillessehne

Achillessehnenanriss – Achillessehnenriss – Symptome, Behandlung bei Achillessehnenruptur

Fakten zum Achillessehnenanriss im Überblick:

  • Unmittelbar beim Riss der Achillessehne ertönt meist ein lauter Knall und es treten schlagartig heftige Schmerzen oberhalb der Ferse auf. Nach einem gänzlichen Riss der Achillessehne ist einfaches Gehen nahezu unmöglich. Das Fußgelenk fühlt sich gelockert an, und der betroffene Patient kann den Fuß nicht ausstrecken.
  • In den meisten Fällen kommt es zu einer Achillessehnenruptur durch plötzliche Sprungbewegungen. Weit weniger häufig sind Risse aufgrund von Stöße oder Schläge von außen auf die Sehne.
  • Meistens liegen bereits vor einem Riss kleine Verletzungen (Mikrotraumata) oder einen Sehnenentzündung vor.
  • Nach einem Sehnenriss schwillt können Wade und hinteres Fußgelenk dich anschwellen und sich bläulich verfärben.
  • Am häufigsten betroffen sind ältere Personen, die von heute auf morgen mit Sport beginnen und den Sehnenapparat dabei überlasten. Denn das Gewebe der Beinmuskulatur wird dadurch schneller stärker, und die Sehnen und Bänder können kurzfristig den hohen Kräften, die auf sie wirken, nicht Stand halten. Eine langsame und sukzessive Steigerung der Trainingsbelastung über mehrere Monate kann einem Achillessehnenriss vorbeugen.
  • Eine Behandlung ist sowohl operativ wie konservativ möglich. Bei einer konservativen Therapie beträgt das Risiko, erneut einen Riss zu erleiden, über 10%.

Funktion der Achillessehne

AchillessehnenrissDie Achillessehne ist die stärkste und dickste Sehne im menschlichen Körper. Ihre Funktion besteht darin, das Fersenbein (Calcaneus) mit den Muskeln der Wade zu verbinden. So wird es uns ermöglicht, zu klettern, zu springen und zu laufen. Auch für das Stehen auf den Zehenspitzen wird die Achillessehne benötigt.

Wie sportphysiologische Untersuchungen gezeigt haben, kann während Sprungbewegungen oder dem schnellen Treppensteigen das Zehnfache des eigenen Körpergewichts auf den Sehnen lasten.

Außerdem ermöglicht es die Achillessehne, die Ferse beim Gehen und Laufen zu heben. Zudem unterstützt sie den Muskelapparat und weitere Sehnen dabei, die Zehen vom Boden zu heben.

Was ist eine Achillessehnenruptur?

Oft sind junge, sportlich aktive Erwachsene im Alter von 25 und 40 Jahren betroffen, wenn sie sich beim Sport übermäßig verausgabt haben. Aber auch Senioren ab 65 Jahren zeigen ein erhöhtes Risiko, da im Alter die Widerstandskraft der Sehnen allgemein nachlässt. Im Großteil der Fälle ereignet sich der Riss wenige Zentimeter oberhalb des Fersenknochens.



Besonders häufig sind Anrisse der Achillessehne. Dabei reißt der Sehnenstrang nicht komplett durch. Wird dies trotz der Schmerzen nicht erkannt und weiterhin belastet, kann sich der Riss vergrößern und zu einem gänzlichen Achillessehnenabriss führen. Eine Diagnose des Achillessehnenanriss ist nicht immer einfach, da eine Schleimbeutelentzündung an der Stelle oder eine Sehnenentzündung ähnliche Symptome aufweisen. Somit ist ärztlicher Rat bei Schmerzen an der Fersenregion angebracht.

Was genau verursacht einen Riss der Achillessehne?

Oft sind es kleine Stressfaktoren, welche der Achillessehne auf Dauer akkumulativ zusetzen, und so somit anfällig für einen Riss machen. Dinge, die der Achillessehen zusetzen und einen Riss wahrscheinlicher machen sind u.a. die Folgenden:

  • Massive Überanstrengung über einen längeren Zeitraum hinweg
  • Schlecht sitzende Schuhe, die auf den Sehnenansatz drücken oder daran beständig reiben
  • Unzureichendes Aufwärmen vor dem Sport
  • Verküzte Muskeln und Sehnen, entweder genetisch bedingt oder mangels Dehnübungen (Männer häufiger betroffen als Frauen)
  • Anabolikakonsum und damit einhergehender Muskelwachstum in kurzer Zeit
  • geschwächte Wadenmuskulatur

Was sind Anzeichen und Symptome?

  • Patienten berichten meist von einem lauten Knall, ähnlich dem einer Peitsche. Unmittelbar danach treten starke Schmerzen ein.
  • Laufen, Treppen steigen oder sich auf die Zehenspitzen zu stellen ist nicht mehr möglich. (Diese sollte prinzipiell vermieden werden, da ein Sehnenanriss verschlimmert werden kann!)
  • Nicht immer aber in einer Vielzahl der Fälle tritt eine Schwellung an der Wade auf, die sich zunehmend bläulich verfärbt.

Wie verläuft die Diagnose?

Die Diagnose auf Achillessehnenriss von seiten eines Arztes verläuft in aller Regel schnell. Schlichte Beweglichkeitstests des Fußgelenks in Kombination mit obigen Symptomen lassen schnell letzte Zweifel verklingen. Zusätzlich fühlt der Arzt womöglich eine Lücke an der Stelle des Risses. Um ganz sicher zu gehen und um die genaue Stelle zu lokalisieren, gibt es drei verschieden Untersuchungsmethode.

Mithilfe eines Röntgenapparats lassen sich Knochenbrüche ausschließen und Sehnenverkalkungen diagnostizieren.

Über eine Ultraschalluntersuchung am Fuß kann die Verletzung bestätigt werden und sogar die Größe des Risses offenbart werden. Die Untersuchungsmethode ist gänzlich schmerzfrei.

In den seltenen Fällen, in denen eine Ultraschalluntersuchung keine Klarheit verschaffen kann, kommt eine Kernspintomographie zum Einsatz. Hierbei lassen sich auch die weicheren Gewebeschichten sowie Flüssigkeitsansammlungen optisch sehr genau darstellen. Auch kleinste Risse an der Achillessehne können erkannt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei einem kompletten Achillessehnenriss ist eine Therapie unumgänglich. Dabei gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten. Bei einem Teilanriss wird meist konservativ, ohne Operation, vorgegangen. Nichtsdestotrotz hängt die Art und Weise einer Behandlung stets vom jeweiligen Patienten, dessen Alter, Gesundheitszustand und weiteren Faktoren ab.

Operative Behandlung

Ein chirurgischer Eingriff bei einem Riss der Achillessehne ist mittlerweile Routine. Eine Operation wird vor allem jungen, sportlich aktiven Personen angeraten.  Denn bei ihnen ist das Risiko eines erneuten Risses im Lauf ihres Lebens bei einer operativen Behandlung deutlich reduziert. Zudem wird das ursprüngliche Leistungniveau durch eine Operation schneller wieder zurückerlangt. Nach einer Operation ist das mehrwöchige Tragen einer Protektorschiene üblich. Die Klinik kann in der Regel am Tag nach der OP bereits wieder verlassen werden.

Konservative Behandlung

Die nicht-operative Behandlungsmethode einer Achillessehnenruptur wird bei Personen durchgeführt, für die aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine Operation zu riskant wäre. Zudem ist eine konservative Therapie für ältere, weniger sportilch aktive Personen meist geeignet. Zudem sind Diabetes-Patienten durch die verringerte Blutversorgung der Füße meist nicht für eine Operation geeignet und werden somit i.d.R. konservativ behandelt.

Bei der nichtchirurgischen Therapie wird das betroffene Bein in leicht gebeugter Haltung für 6 bis 10 Wochen über eine Unterschenkel-Orthese fixiert. In dieser Plastikschiene ist nach wenigen Wochen ein vorsichtiges Gehen möglich. Nach der Ruhephase ist eine mehrwöchige Physiotherapie notwendig, um den Muskel- und Sehenverband schrittweise wieder aufzubauen.

Die Vorteile einer konservativen Behandlung liegen darin, dass es werder ein Infektionsrisiko noch eine Narbenbildung an der betroffenen Körperstelle gibt. Der Nachteil liegt in dem höheren Risiko eines erneuten Risses, der dann nur noch schwer behandelbar ist. Desweiteren dauert die nichtoperative Therapie bis zur vollständigen Regeneration einige Wochen länger.

Wie kann man einem Achillessehnenriss vorbeugen?

Man sollte darauf Acht geben, bei Übungen, die Ferse und Waden massiv beanspruchen, im untrainierten Zustand nicht an seine körperlichen Grenzen zu gelangen. Dazu zählt exzessives Springen und Treppenlauf. Bei Schmerzen im Fersenbereich sollte sofort jede sportliche Aktivität unterbrochen werden. Gerade Personen, die zu chronischen Sehnenreizungen neigen, sollten bei derartigen Schmerzen vorsichtig sein und ihren Beinen eine mehrtägige Pause gönnen. Zudem ist auf akkurates Schuhwerk zu achten, das nicht auf die hintere Ferse drücken sollte.

Vor jeder sportlichen Betätigung sollte eine mehrminütige Aufwärmphase dazu genutzt werden, Sehnen und Bänder zu lockern sowie leicht zu dehnen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen beim Ausüben körperlicher Aktivität, ist dosierter Sport und die damit einher gehende Sehnenstärkung die Beste Art und Weise, wie man einem Achillessehnenriss vorbeugen kann.

Weiterführende Informationen zum Thema:

[youtube height=“315″ width=“420″]https://www.youtube.com/watch?v=xNbiVqIZLgc[/youtube]

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Diabetes Typ1 und Typ2

Die verschiedenen Formen von Diabetes

Bei Diabetes mellitus handelt es sich in all seinen Varianten stets um eine Stoffwechselstörung. Allen Diabetesformen gemein ist das Kernsymptom, nämlich ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie). Doch die Ursachen sind dafür ganz verschieden. Somit werden all diese ‚Zuckerkrankheiten‘ je nach Ursache genauer benannt.

Etwas mehr als 5% aller Diabetiker sind von Typ-1-Diabetes betroffen. Diese Variante wird auch gerne als „juveniler“ Diabetes bezeichnet, weil er meist im Kinder- und Jugendalter auftritt. Ursache für den Typ 1 sind genetisch bedingte Zellstörungen in der Bauchspeicheldrüse.

Deutlich häufiger tritt hingegen der Typ-2-Diabetes auf. Um die 90% aller Zuckerkranken zählen zu dieser Gruppe. Hierbei spielen die genetische Veranlagung ebenso eine Rolle wie eine ungesunde Lebensweise, die sich in Übergewicht und Bluthochdruck äußert. In der Fachsprache wird hierbei vom sog. Wohlstandssyndrom gesprochen.

Der Energiestoffwechsel eines gesunden Menschen

Um zu verstehen, worin die genauen Unterschiede der Diabetestypen liegen, sollten wir einen kurzen Blick auf den Energiestoffwechsel unseres Körpers im gesunden Zustand werfen.

Zucker, also Kohlenhydrate wie etwas Glucose, sind für unseren Körper lebensnotwendig. So verbrennt bereits unser Gehirn täglich mindestens 120 Gramm Zucker. Die Kohlenhydrate gelangen über unsere Nahrung in unseren Verdauungstrakt. Im Darm werden die Kohlenhydrate in einzelne Zuckermoleküle zerlegt und werden als solche in den Blutkreislauf eingeschleust. Über den Blutstrom werden sie an alle Organe verteilt, besonders an Gehirn und Muskeln, da diese einen enormen Zuckerbedarf haben.

Somit ist es verständlich, dass wir zu der Tages- und Nachtzeit einen gewissen Blutzuckerspiegel haben. Dieser liegt bei ungefähr 80 bis 100 Gramm pro 100ml Blut. Wenn man gerade kohlenhydratreich gegessen hat, steigt dieser deutlich an.

Wenn der Körper einmal zu viel Glucose im Blut hat, so kann er diese in Glykogen, einer Energiespeicherform in Muskeln und Leber überführen. Zudem verfügt er über die Möglichkeit, Zucker in Fett umzuwandeln, und somit die Energie ebenso zu speichern.

So kann in Hungerphasen und in Zeiten körperlicher Belastung wie etwa beim Sport, das Glykogen zügig in Glucose umgesetzt und über den Blutkreislauf den Muskeln zur Verfügung gestellt werden.

Für den komplexen Kreislauf des Auf- und wieder Abbauen der Zuckermoleküle sind Hormone veranwortlich. Das bedeutendste ist hierbei Insulin, welches in den Langerhans’schen Inseln der Pankreas (Bauchspeicheldrüse) hergestellt wird. Ein Insulinausstoß ins Blut bewirkt, dass die Gewebszellen den im Blut gelösten Zucker aufnehmen. Die genau entgegengesetze Funktion besitzt das Hormon Glucagon, der Gegenspieler des Insulins.

Bei einem gesunden Menschen passiert also folgendes: Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel an. Die Bauchspeicheldrüse sendet daraufhin Insulin aus, damit der Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt. Zudem wird dadurch bewirkt, dass ein Teil des Zuckerüberschusses in Speicherfett umgewandelt wird.



Das Problem beim Fehlen von Insulin ist also, dass das Blut nicht in die Gewebezellen von z.B. Muskeln gelangen kann. So steigt der Blutzuckerspiegel unaufhörlich an.

Die Nieren haben die Funktion, sämtliche Mineral- und Nährstoffe aus dem Primärharn dem Körper zurückzuführen, und nur die Überschüsse an die Blase weiter zu reichen, damit diese dann ausgeschieden werden können. Ab einem bestimmten Blutzuckerspiegel (Nierenschwelle) wird eine derartige Reabsorption nicht mehr durchgeführt, das bedeutet, dass vermehrt Zucker ausgeschieden wird. Dieser kann dann über Teststreifen, die man in den Urin hält, nachgewiesen werden.

Doch Zucker muss immer in hydratisierter Form vorliegen, damit er ausgeschieden werden kann. Das heißt also, dass gewaltige Wassermassen ‚mitgezogen‘ werden, was bei Patienten zu vermehrtem Harndrang und ständigem Durstgefühl führt.

Die schwerwiegendeste Folge ist allerdings der dauerhauft hohe Blutzuckerspiegel, welcher unter anderem das Infarkt- sowie Schlaganfallrisiko dramatisch erhöht.

Typ-1-Diabetes – eine Autoimmunerkrankung

Bei dieser Variante werden die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die zur Insulinherstellung benötigt werden, vom eigenen Immunsystem zerstört. Dabei spricht man von einer Autoimmunerkrankung. Die Folge dieser Erkrankung sind dauerhafter Insulinmangel und ein hoher Blutzuckerspiegel. Unbehandelt würde diese Diabetesform in kürzester Zeit zum Tod führen.

Mittlerweile gilt eine genetische Ursache als gesichert. Doch genaueres weiß man derzeit noch nicht.

Eine Sonderform des Diabetes Typ1 ist LADA. Dabei kommen die Symptome erst sehr viel später (frühestens ab dem 25. Lebensjahr) zu tragen, was ihn im wesentlichen vom klassischen, juvenilen 1er Diabetes unterscheidet.

Typ-2-Diabetes – die Folgen des Wohlstandssyndroms

Bei Typ-2-Diabetes handelt es sich immer um mehrer Störungen. Zum einen wird Insulin während der Nahrungsaufnahme nur zögerlich frei gesetzt, was den Blutzuckerspiegel kurzzeitig ins Unermessliche ansteigen lässt. Dabei spricht man von ‚Spitzenblutzuckerspiegel‘.

Desweitern können die Insulinmoleküle nicht effektiv an den Gewebszellen wirken. Das bedeutet, Zellen wie Muskelzellen sind in gewisserweise resistent gegen Insulin. Auch das führt zu einem Verbleib der Glucose im Blut.

Zudem vermutet man, dass sog. Chaperone in den beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse dafür verantwortlich sind, das, ähnlich wie bei Typ1-Diabetes, einige insulinproduzierende Zellen der Pankreas absterben.

Schwangerschaftsdiabetes

Die dritthäufigste Diabetesform betrifft ausschließlich Frauen: Die Schwangerschaftsdiabetes. Diese Gestationsdiabetes tritt erst im Laufe der Schwangerschaft auf und betrifft etwa jede 25. schwangere Frau.

Als Risikofaktoren gelten dabei Übergewicht, hochkalorische Ernährung sowie Bewegungsmangel. Doch es ist wohl auch eine erbliche Neigung bei den Betroffenen vorhanden.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass während der Schwangerschaft eine leichte Blutzuckererhöhung völlig normal ist, denn der Körper samt Embryo weist einen erhöhten Energiebedarf auf.

In der Regel verschwindet Diabetes mit der Enbindung. Bei weiteren Geburten liegt das Risiko, erneut an der Zuckerkrankheit zu erkranken, bei etwa 30%.

Dennoch sollte Schwangerschaftsdiabetes als ernstzunehmender Hinweis gelten. Denn die Wahrscheinlichkeit der betroffenen Frauen, im späteren Leben an Typ-2-Diabetes zu erkranken, ist um das 8fache gesteigert. Hier kann eine gesunde Ernährung in Kombination mit viel Bewegung entgegenwirken.

Weitere Zuckerkrankheiten

Über 99% aller Diabetespatienten haben Typ1, Typ2, LADA oder Schwangerschaftsdiabetes. Doch es gibt auch weitere Formen, die hier nur der Vollständigkeit halber genannt werden.

So können Tumore oder chronische Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ebenso zu einer gestörten Insulinausschüttung führen. Auch können diverse andere Hormone wie Kortisol und Wachstumshormone den Insulinhaushalt und damit indirekt den Blutzuckerspiegel negativ beeinflussen.

Eine Vielzahl an Erkrankungen haben eine Zuckererkrankung quasi als Begleiterscheinung. Dazu zählen Röteln und Mukoviszidose. Zu guter letzt können auch Medikamente wie Kortison oder Mittel gegen Herzleiden einen erhöhten Blutzuckerspiegel als Nebenwirkung haben.

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kongenitales Megakolon

Morbus Hirschsprung (Megakolon)

Was ist „Morbus Hirschsprung“?

„Morbus Hirschsprung“ ist eine angeborene Fehlbildung, die den Enddarm betrifft. Es fehlen Nervenzellen in einem unterschiedlich langen Teil der Darmwand sowie im inneren Schließmuskel. Hierdurch fehlt dem Darm die Peristaltik, also die Schiebebewegung, um den Stuhl in Richtung Mastdarm und Darmausgang zu transportieren. Die Folgen sind eine Stauung des Darminhalts vor dem Abschnitt, in dem die Nervenzellen fehlen sowie eine Ausdehnung des Dickdarms. Daraus kann dann ein sogenanntes Megakolon (ein Riesendarm) entstehen.

Woher kommt der Name?

Benannt wurde Morbus Hirschsprung nach dem Kinderarzt Harald Hirschsprung, der die Symptome 1888 erstmalig auf dem Berliner Kongress der Gesellschaft für Kinderheilkunde im Jahr während seines Vortrags beschrieb.

Wie entsteht Morbus Hirschsprung und wie oft kommt es vor?

Morbus Hirschsprung gehört zu den seltenen, angeborenen Erkrankungen und kommt mit einer Häufigkeit von 1:3.000 – 5.000 vor. Das heißt, in Deutschland wird ca. jeden zweiten bis dritten Tag ein Kind damit geboren. Jungen sind dabei bis zu viermal häufiger betroffen als Mädchen.
Zu einem Morbus Hirschsprung kommt es durch eine Störung in der Embryonalentwicklung zu Beginn der Schwangerschaft. Es fehlen Nervenzellen in der Darmwand auf einem unterschiedlich langen, letzten Stück des Darms. Das Stück Darm, in dem die Nervenzellen oder auch Nervenzellenbündel (Ganglien) fehlen, beginnt immer am Darmausgang und reicht von dort nach oben. Das nicht funktionierende Stück bezeichnet man als nervenzellenfreies (aganglionäres) Segment; man spricht deswegen von einer Aganglionose.

Zählt Morbus Hirschsprung zu den Erbkrankheiten? Gibt es Begleitfehlbildungen?

Es wird heute davon ausgegangen, dass bei den meisten Fällen von Morbus Hirschsprung genetische Faktoren eine Rolle spielen. Das Risiko nach einem Kind mit MH ein zweites Kind mit der gleichen Erkrankung zu bekommen, liegt bei 4 %. Es gilt: Je länger das Darmstück ohne Nervenzellen ist, desto höher ist das Risiko der Vererbung auf eigene Kinder. Bei folgenden Krankheiten wurde Morbus Hirschsprung als Begleiterscheinung beobachtet: Trisomie 21 (Down-Syndrom); Undine-Syndrom; Shah-Waardenburg-Syndrom; Mowat Wilson-Syndrom.

Was sind die Auswirkungen von Morbus Hirschsprung?

Bei einem gesunden Darm koordinieren die Nervenzellen und Nervenzellenbündel in der Darmwand als Schaltstellen für eine Wechselfunktion. Diese Muskeltätigkeit des Darms (Peristaltik) ermöglicht den Weitertransport des Darminhaltes. Er wird so vom eng gestellten Darmstück in das nächste weit gestellte Darmstück transportiert, bis er schließlich in den Enddarm gelangt, wo dann die Entleerung erfolgt.
Im Falle von Morbus Hirschsprung kommt es in dem betroffenen Abschnitt zu einer Engstellung durch das Fehlen der Nervenzellen. Die Wechselfunktion findet nur beeinträchtigt statt. Der Darminhalt kann nicht oder nur in geringen Mengen weitertransportiert werden und den betroffenen Darmabschnitt kaum oder gar nicht passieren. Es folgt eine Stauung des Darminhalts vor der eng gestellten Stelle, dem nervenzellenfreien Darmabschnitt. Dadurch weitet sich der davor liegende Darmabschnitt aus, was zu einer riesigen Darmerweiterung, dem sogenannten Megakolon führen kann.

Woran erkenne ich einen Morbus Hirschsprung?

Die Diagnose sollte in der Regel im Neugeborenenalter gestellt werden können, da es sich um eine angeborene Fehlbildung handelt. Folgende Symptome sind zu beobachten:

  • verzögerter Abgang des Kindspechs (Mekonium) beim Neugeborenen
  • stark aufgeblähter Bauch
  • funktioneller Darmverschluss (Ileus) mit galligem Erbrechen
  • Gedeihstörung (Unterernährung)
  • starke Dickdarmerweiterung mit Überwucherung durch Bakterien (toxisches Megakolon)
  • akute Darmentzündung

 

Leider wird Morbus Hirschsprung nicht immer sofort erkannt, denn es ist möglich, dass alle Symptome nur schwach ausgeprägt sind oder keines dieser Symptome unmittelbar nach der Geburt erkennbar ist. Auch später, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ist Morbus Hirschsprung nicht unbedingt auffällig. Solange das Baby gestillt wird, ist der Stuhl in der Regel dünn, kann also leichter vom Darm transportiert werden. Eine tägliche Entleerung ist bei Stillkindern auch nicht immer vorhanden. Somit fallen unregelmäßige Entleerung und Verstopfungsneigung nicht sofort auf.



Allerdings kommt es dann spätestens bei der Nahrungsumstellung zu Problemen, wenn ein Morbus Hirschsprung vorliegt.
Folgende Merkmale treten meist ab der Nahrungsumstellung auf:

  • ständige, starke Verstopfung (Obstipation): Die Stuhlentleerung erfolgt nur jeden 2. – 3. Tag oder noch seltener; es gibt keine beschwerdefreie Zeit dazwischen.
  • Stuhlentleerung erfolgt nur mit Hilfsmitteln (z.B. Einläufen) oder nach Manipulation am Anus (mittels Thermometer oder Finger)
  • unter Umständen explosionsartige Entleerung nach Manipulation
  • entleerter Stuhl ist sehr hart oder auch zähpastig, zwischendurch aber auch flüssig, und stinkt stark
  • geblähter, aufgeweiteter Bauch (Hinweis auf Megakolon)

 

Insgesamt schlechter Allgemeinzustand des Kindes: Verweigerung der Nahrungsaufnahme Gedeihstörung, Dehydration

Achtung: Es kann sich im stuhlgefüllten, gedehnten Darm eine Entzündung der Darmwand entwickeln (Enterokolitis) bis hin zu einer schweren Blutvergiftung (Sepsis), evtl. mit lebensbedrohlichem Kreislaufzusammenbruch.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

  • Ausführliches Gespräch über die Vorgeschichte des Patienten (Anamnese) und körperliche Untersuchung
  • Abtasten des Bauches, z.B. gebläht, vorgewölbt, harte Stuhlballen tastbar, erweiterte Dickdarmabschnitte eventuell tastbar
  • Untersucht mit dem Finger den Darmausgang und den Enddarm.
  • Ultraschall des Bauchraums
  • Enddarmdruckmessung
  • Röntgenaufnahme des Darms mit Kontrastmittel (Kolonkontrasteinlauf
  • Gewebeentnahme aus der Darmwand/Darmschleimhaut per Biopsie über Rektoskopie oder unter direkter Sicht

Wie wird Morbus Hirschsprung behandelt?

In den meisten Fällen ist eine Operation erforderlich. Ziel ist, dass der Darmabschnitt, in dem keine Nervenzellen vorhanden sind, möglichst vollständig entfernt wird. Anschließend wird der gesunde funktionierende Darm dann an das verbleibende kurze Stück des Enddarms angeschlossen. Es muss auch im Bereich des alleruntersten Darmabschnitts bis zum Schließmuskel operiert werden. Der Schließmuskel selbst darf jedoch bei der Operation auf keinen Fall verletzt werden, um die Kontinenz zu erhalten. Die Herausforderung ist also, so nahe wie möglich an den Schließmuskel heranzugehen, um möglichst viel fehlgebildeten, nicht funktionierenden Darm entfernen zu können, ohne aber die Funktion des Schließmuskels zu beeinträchtigen.

Was passiert nach der Operation?

In der ersten Zeit nach der Operation haben viele Kinder zunächst häufigen und dünnen Stuhlgang (3-8X Tag) und bekommen deshalb einen wunden Po. Eine besondere Pflege ist dann besonders wichtig. Außerdem muss eventuell für eine gewisse Zeit mit Medikamenten auf die Konsistenz des Stuhls Einfluss genommen werden.
In den folgenden Wochen und Monaten ist auf eine ausreichende Stuhlentleerung zu achten. Die Häufigkeit des Stuhlgangs sowie die Konsistenz normalisiert sich meist in einem Zeitraum von mehreren Monaten. Allerdings ist dies auch von der Länge des verbliebenen Restdarms abhängig.
Manchmal besteht auch nach der Operation ein Problem, den Stuhl zu entleeren: weil die Kommunikation zwischen Enddarm und Schließmuskel, die für die Stuhlentleerung entscheidend ist, nicht perfekt funktioniert und weil der innere Schließmuskel auch nach der Operation eine „Öffnungsschwäche“ aufweisen kann.
Es kann dann helfen auf Abführmittel zurück zu greifen und auf die Ernährung zu achten (keine stopfenden Lebensmittel).

Einen umfassenden, persönlichen Einblick in das Leben mit Megakolon liefert dieser Blog. Dabei werden auch mögliche Komplikationen thematisiert, die bei einer an Morbus Hirschsprung leidenden Schwangeren auftreten können.

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Toxoplasmose

Toxoplasmose – Symptome, Diagnose, Therapie

Was ist Toxoplasmose?

Als Toxoplasmose wird eine Infektion mit parasitären Einzellern, den Toxoplasma gondii, bezeichnet. Meist werden die Erreger über Katzen und ihren Kot, aber auch durch den Verzehr von rohem Fleisch übertragen. Grobe Schätzungen gehen von über 100 Millionen infizierten Personen weltweit aus, wobei allerdings meist keinerlei Symptome auftreten. Denn meist ist das Immunsystem stark genug, einen Ausbruch der Krankheitssymptome zu unterbinden.

Wie genau werden die Erreger der Toxoplasmose übertragen?

Es gibt nicht viele Wege, sich mit diesen Parasiten zu infizieren. Alle denkbaren sind hier aufgelistet:

  • Direkter oder indirekter Kontakt mit Katzenkot; dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Wildkatzen oder Hauskatzen handelt
  • Verzehr von ungenügend gekochtem Fleisch (insbesondere Schweinefleisch)
  • Trinken von roher Ziegenmilch (Ziegen können als Zwischenwirt für die Toxoplasmoseerreger fungieren)
  • Bluttransfusionen oder Organtransplantationen von, wobei das Blut/Organ von einer infizierten Person stammt

Wie sehen die Symptome aus?

Die allermeisten Menschen haben keinerlei Symptome, obwohl sie mit dem Parasiten infiziert sind. Falls Symptome auftreten, handelt es sich dabei meist um geschwollene Lymphknoten, grippeähnlichen Erscheinungen in Kombination mit einer erhöhten Temperatur sowie allgemeines Unwohlsein und leichte Muskelschmerzen. Die Symptome verklingen nach einigen Tage meist von alleine. Normalerweise ist man nach einer Infektion für den Rest seines Lebens gegen die Erreger immun.

Weshalb kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen?

Gerade Personen, die altersbedingt oder aufgrund einer chronischen Erkrankung ein geschwächtes Immunsystem haben, können durch eine Toxoplasmoseinfektion ernsthafte Krankheitsverläufe durchleiden, die im Extremfall tödlich enden können.

Zu diesem gefährdeten Personenkreis gehören Chemopatienten, AIDS-Patienten und Menschen, die erst vor kurzem eine Organtransplantation durchgemacht haben. In diesen Fällen ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage, die Erreger zu unterdrücken. Diese können dann ungehindert Schäden an den Augen, dem Gehirn und weiteren Organen verursachen. Die Folgen davon können unter anderem Erblindung, Hirnhautentzündung und Lungenentzündung sein.

Was ist mit Babys?

Da die Immunabwehr von Babys noch nicht vollend aufgebaut ist, sind sie besonders anfällig. Deshalb führ eine Infektion während der Schwangerschaft oftmals auch zu schwerwiegenden Symptomen. Schwangere Frauen, welche somit die Toxoplasmoseerreger in sich tragen, haben ein Risiko von 20%, ihr ungeborenes Kind zu infizieren. Jedoch haben Frauen, die sich schon viele Monate vor Schwangerschaftsbeginn mit Toxoplasmose infiziert haben, ein kaum existentes Risiko der Erregerweitergabe. Bei infizierten Babys, die Symptome zeigen, sind Schäden am Gehirn oder den Augen am häufigsten.

Inwiefern sich Schwangere um sich und ihren heranwachsenden Nachwuchs Sorgen machen müssen, und wie sie während der Schwangerschaft mit einer Hauskatze verfahren, wird in diesem Video sehr schön erklärt: [youtube height=“315″ width=“420″]https://www.youtube.com/watch?v=yUdB4oyb01o[/youtube]

Was sind Risikofaktoren?

Gerade Katzenbesitzer weisen ein erhöhtes Toxoplasmoserisiko auf. Sie sollten nach dem Reinigen des Katzenklos unbedingt die Hände mit Waschlotion gründlich reinigen. Gleiches gilt in katzenreichen Gegenden nach getaner Gartenarbeit. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass Schweinefleisch, aber auch alle anderen Fleischsorten, durchgebraten sind.

Wie wird Toxoplasmose diagnostiziert?

Im Rahmen einer Diagnose werden die Erreger direkt über Blutproben im Labor nachgewiesen. Dabei kann auch geklärt werden, ob die Infektion akut ist oder bereits schon eine gewisse Zeitspanne zurückliegt.


Welche Therpiemaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei gesunden Erwachsenen mit einem intakten Immunsystem ist in aller Regel keine medikamentöse Therapie nötig. Nach wenigen Wochen sollten die leichten Symptome gänzlich verschwunden sein. Für geschwächte Personen oder schwangere Frauen gibt es Medikamente, welche die Toxoplasmoseparasiten abtöten.

Wie kann eine Toxoplasmose verhindert werden?

Derzeit gibt es keinen Impfstoff gegen Toxoplasmose. Dennoch brauchen sich gesunde, erwachsene Menschen keine allzu großen Sorgen machen, denn eine Infektion verläuft fast immer symptomfrei und ohne gesundheitliche Folgen. Doch für Personen mit einem geschwächten Immunsystem sind prophylaktische Maßnahmen von Bedeutung. Folgendes sollte dann beachtet werden:

  • Zunächst sollte ein Bluttest Klarheit verschaffen, ob bereits eine Infekion vorliegt. Fällt dieser positiv aus, so kann mit einem Arzt besprochen werden, ob eine Medikation zur Verhinderung einer Reaktivierung der Erreger sinnvoll ist.
  • Bei einer geplanten Schwangerschaft ist die Durchführung eines Toxoplasmosetest zu Beginn ratsam. Fällt dieser positiv aus, so braucht man sich nicht zu sorgen, denn dann liegt in den allermeisten Fällen bereits eine Immunität vor.
  • Das Tragen von Gartenhandschuhen bei der Arbeit im Garten oder dem Reinigen der Katzentoilette
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Kopflaus

Kopfläuse (Pedikulose)

Was sind eigentlich Kopfläuse?

Die Kopfläuse sind Exoparasiten, die also nicht in den Organsimus des Wirtes eindringen, sondern ihn nur oberflächlich besiedeln. Wie der Name schon verrät, leben und vermehren sich diese Läuse ausschließlich im Bereich der Kopfbehaarung. Tritt eine Infektion mit Kopfläusen auf, so nennt man dieses parasitäre Krankheitsbild Pedikulose.

Sind Kopfläuse bei Menschen selten anzutreffen?

Ein Kopflausbefall ist eine der häufigsten Parasiteninfektionen, die den Menschen heimsuchen. Es wird geschätzt, dass jedes zehnte Kind weltweit aktuell Kopfläuse hat.

Welche Personen sind am häufigsten betroffen?

Jeder, der mit einer von Kopfläusen befallenen Person oder auch nur deren Kleidung in Kontakt kommt, kann sich anstecken. Kaum ein anderer Parasit wird so leicht unter den Menschen weitergegeben wie die Kopflaus. Am meisten sind Familien betroffen, in denen wenigstens ein Kind einen Kindergarten oder eine Grundschule besucht. Typischerweise sind Mädchen und Frauen etwas öfter von Kopfläusen betroffen als Jungen und Männer.

Welche Wege der Infektion gibt es?

  • Dirkter Körperkontakt mit bereits infizierten Personen. Dabei reichen unter Umständen bereits das bloße Händeschütteln oder einfache Umarmungen.
  • Das Tragen von kontaminierter Kleidung
  • Das Benutzen von mit Läusen behafteten Haarbürsten
  • Das Liegen in Betten oder auf Sofas, die bereits mit Kopfläusen kontaminiert wurden

Wie sehen Kopfläuse eigentlich aus?

Es gibt im Lebenszyklus der Kopfläuse drei Stadien: Ei – Nymphe – adulte Laus

Die Eier können mit bloßem Auge nur schwer identifziert werden. Oft werden sie fälschlicherweise mit Schuppen der Kopfhaut verwechselt. Sie weisen eine ovale Form auf und sind weiß mit einem leichten, gelblichen Akzent. Am häufigsten sind sie an den Haaransatzstellen zu finden.

Nach etwa einer Woche schlüpfen aus den Eiern die Babyläuse, die auch als Nymphen bezeichnet werden. Diese reifen in einem Zeitraum von einer Woche zu adulten Kopfläusen heran und benötigen für ihre Entwicklung winzige Blutmengen des Wirtes.

Die ausgewachsene, geschlechtsreife Kopflaus hat die Größe eines Sesamkerns und ist bräunlich bis grau. Die Weibchen werden dabei etwas größer und legen in den folgenden Tage ihre Eier an den Haaren des Menschen ab. In diesem Stadium verbringen die Läuse, die sich weiterhin vom Blut des Wirtes ernähren, etwa einen Monat. Sie sind dabei auf die Gegenwart ihres Wirtes angewiesen. Fallen sie zu Boden, so sterben sie innerhalb von 48 Stunden.

Was sind Anzeichen und Symptome für eine Kopflausinfektion?

  • Leichter Juckreiz und Kitzelgefühl an der Kopfhaut
  • Rötungen der Kopfhaut, insbesondere wenn mit den Fingern gekratzt wird; enstehen dabei leichte Kratzwunden, können sich diese bakteriell infizieren

Wie wird eine Pedikulose diagnostiziert?




Die Läuse können durch eine genaue Untersuchung der Kopfhaut, insbesondere im Bereich des Haaransatzes, identifiziert werden. Eventuell ist der Gebrauch einer Lupe dabei hilfreich. Zur eindeutigen Bestimmung werden Eier, Nymphen oder adulte Kopfläuse entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Die Behandlung von Kopfläusen

Um die Kopfläuse garantiert und effektiv zu beseitigen, müssen sowohl die betroffene Person, als auch die Wohnung des Patienten sowie die Menschen im engen, persönlichen Umfeld zeitgleich behandelt werden. Eine medikamentöse Behandlung von Personen, auf deren Kopfhaut oder Haaren keinerlei Spuren von Läusen gefunden wurden, sollte nicht vollzogen werden. Sehr wohl ist es für diese Personen sinnvoll, sich täglich selbst zu untersuchen.

Zunächste sollte mit einem Läusekamm der Großteil der Läuse manuell vom Körper entfernt werden. Anschließend ist die Verwendung von läusebekämpfendenden Haarwaschmitteln und Lotionen obligatorisch. Diese enthalten unter anderem die Wirkstoffe Hexachlorcyclohexan und Malathion. Damit auch die aus den Eiern schlümpfenden Nymphen zuverlässig eliminiert werden, ist solch eine Therapie mindestens eine Woche durchzuführen. In der Praxis hat sich insbesondere bei Unverträglichkeit der Medikamente auch eine Wasser-Essig-Mischung bewährt, da die Säure ebenfalls tödlich für die Nymphen ist.

Selbstverständlich ist es in dieser Behandlungsphase wichtig, täglich die Kleidung zu wechseln. Somit werden Eier, die von der Kopfhaut auf die Kleidungsstücke gefallen sind, zuverlässig entsorgt.

Spezielle Hausreinigung

Das komplette Haus bzw. die gesamt Wohnung gründlich von Eiern, Nymphen und adulten Kopfläusen zu befreien ist eine schweißtreibende, aber notwendige Angelegenheit. Gehen Sie für optimale Ergebnisse folgendermaßen vor:

  • Waschen sie sämtliche Bezüge Betten und Sofas, sowie Kissenbezüge und Decken in einer Waschmaschine. Waschen Sie darüber hinaus alle Kleidungsstücke, die in den zurückliegenden Tagen getragen wurden, und alle Textilien, die mit ihnen (z.B. im Kleiderschrank) in unmittelbare Berührung gekommen sind. Die Waschtemperatur sollte dabei 60 Grad betragen, um möglichst viele Eier und Nymphen abzutöten. Mit den Kuscheltieren von Kindern sollten Sie ebenfalls so verfahren. Alternativ können diese auch für mindestens 2 Tage eingefroren werden, sofern die Möglichkeit besteht.
  • Säubern sie sämtliche Kämme und Bürsten zunächst maunell, um sie dann in Alkohol zu legen. Alternativ können sie diese auch unter heißem Wasser mit Seife waschen.
  • Reinigen Sie gründlich sämtliche Böden in der Wohnung

Übrigens brauchen Sie nicht versuchen, ihre Haustiere zu entlausen oder diese mit Medikamenten zu behandeln. Denn die Kopfläuse befallen ausschließlich uns Menschen.

Wie kann einer Kopflausinfektion vorgebeugt werden?

Da Kopfläuse weit verbreitet sind und sehr leicht übertragen werden, kann das Ziel nur sein, das Risiko eines Kopflausbefalls zu minimieren. Eine Garantie für Erfolg bei Anwendung dieser Tipps kann daher nicht gewährleistet werden. Sofern möglich, sollten niemals Hüte oder andere Kopfbedeckungen getauscht werden. Auch ein Probetragen in Bekleidungsgeschäften stellt immer ein gewisses Risiko dar. Teilen Sie zudem nicht Kämme oder Bürsten, auch nicht innerhalb der Familie. Kinder sollten während eines Lausbefalls von der Schule oder dem Kindergarten fern bleiben, um die mögliche Verbreitung zu unterbinden.

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Krätze Skabies

Krätze (Skabies)

Skabies (Krätze) wird durch die achtbeinige Milbenart Sarcoptes scabiei ausgelöst. Diese werden lediglich einen halben Millimeter groß. In freier Natur ohne Wirt kann diese Milbenart nur wenige Tage überleben. Gelangen sie jedoch auf den menschlichen Körper, können sie sich vermehren und unbehandelt über Jahre hinweg Symptome auslösen.

Der Lebenszyklus der Krätzemilben beginnt damit, dass die Weibchen sich kleinste Tunnel in die menschliche Haut gräbt, in die sie ihre Eier legt. Die Larven schlüpfen bereits nach 3 bis 5 Tagen, um sich anschließend über einen Häutungsprozess in Nymphen zu verwandeln. Diese wiederum reifen zu adulten Milben heran, die ihrerseits Eier in die Haut des Wirtes ablegen. Der Befall mit diesen Milben führt zu andauerndem Juckreiz und unter Umständen gar zu allergischen Reaktionen, verursacht durch spezielle Eiweißstoffe. Doch es vergehen, gerade bei einem Erstbefall, einige Wochen, bis sich der Parasitenbefall über Symptome bemerkbar macht.

Wie verbreitet sich Krätze?

Über zwischenmenschlichen Hautkontakt werden die Erreger übertragen, wobei reines Händeschütteln bereits ausreicht. Auch können die Milben über gemeinsam benutzte Kleidung und Betten übertragen werden. Von Haustieren oder wild lebenden Tieren ist eine Erregerübertragen nicht möglich. Diese Tiermilben würden nach wenigen Stunden auf der menschlichen Haut absterben, ohne in sie einzudringen.

Krätze – Symptome und Anzeichen

Die Symptome treten häufig erst ein paar Wochen nach der Übertragung auf, in wenigen Fällen bereits nach 2 Tagen. Symptomatisch ist ein dauerhaftes, extrem unangenehmes Jucken der betroffen Körperpartien. Oft führt dieser Juckreiz zu einem Schlafdefizit, sodass Kopfschmerzen und Übermüdung häufige Begleiterscheinungen sind.

Wie sehen die betroffenen Hautstellen aus?

Die Haut ist dort meist gerötet und weist punktuell Spuren auf, die an Insektenbisse erinnern. Zudem können äußerlich bereits die feinen Tunnel der Skabiesmilben sichtbar sein, gerade an Fingern und Zehen. Am häufigsten sind folgende Körperbereich betroffen: Finger, Zehen, Handgelenk, Ellenbogen, Genitalbereich und Gesäß.

Wie wird Skabies diagnostiziert?

Meist genügt eine äußere Untersuchung durch einen Arzt, um Krätze mit hoher Sicherheit zu diagnostizieren. Eine Diagnose über Bluttests ist bei diesen Parasiten nicht möglich. Um ganz sicher zu gehen, wird womöglich die Haut an einer betroffenen Stelle leicht aufgeschabt, sodass einige Milben oder Larven entnommen werden können. Diese werden dann mikroskopisch untersucht.

Wie kann Krätze behandelt werden?




Es sind einige Medikamente erhältlich, die Krätzemilben gezielt abtöten. Einer solchen medikamentösen Therapie sollten sich alle Menschen im näheren Umfeld des Patienten unterziehen, die Hautkontakt mit ihm/ihr in den zurückliegenden Wochen hatten.

Durch häufiges Kratzen an den infizierten Stellen kann es oft zu Entzündungsherden kommen. Hier weden in der Regel Antibiotika oder antibiotische Salben verwendet, um die Bakterien los zu werden.

Der Juckreiz kann noch ein paar Tage nach erfolgter Behandlung anhalten, sollte aber spätestens 2 Wochen danach gänzlich verschwunden sein.

Wie lässt sich einer Skabiesinfektion vorbeugen?

Das ist leider oftmals äußerst schwierig. Falls der Krätzebefall eines Bekannten oder eines Familienmitglieds bekannt ist, sollte auf Körperkontakt unbedingt verzichtet werden. Partnern ist zu raten, vorübergehend in getrennten Betten zu schlafen und die Kleidung des jeweils anderen zu meiden. Eine simultane Behandlung aller Familienmitglieder ist unabdingbar, auch wenn bei einigen vielleicht noch keine Symptome erkennbar sind.

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