Blasenentzündung – Ursachen und 4 Behandlungstipps

Leiden Sie häufiger unter einer Blasenentzündung? Welche Ursachen dahinter stecken können und wie Sie gezielt vorbeugen können, erfahren Sie im Folgenden.

Blasenentzündung im Überblick

Häufige Ursachen einer Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung, die auch Zystitis genannt wird, kann viele verschiedene Ursachen haben.
Bei Frauen ist die Harnröhre deutlich kürzer und liegt zudem näher am Anus als bei Männern, sodass Keime schneller in die Blase aufsteigen können.

  • Blasenentzündungen bei Frauen haben oft mit einer falschen Toilettenhygiene zu tun. Es wird nach dem Geschäft auf der Toilette nicht von vorne nach hinten abgewischt und Keime werden so in Richtung Harnröhre befördert.
  • Ein weiterer Grund für Blasenentzündungen ist die Schwangerschaft. In der Schwangerschaft sind Frauen generell anfälliger für Infektionen, auch die Blase ist häufiger davon betroffen.
  • Bei Männern ist manchmal eine akute oder chronische Prostataentzündung der Auslöser, ansonsten ebenfalls aufsteigende Keime.
  • Wer sehr oft Geschlechtsverkehr hat, leidet ebenfalls häufiger unter einer Blasenentzündung.
  • Bei Trägern eines Dauerkatheters können Bakterien leichter in die Harnblase eindringen.
  • Immunschwäche, Diabetes
  • In den meisten Fällen sind Escherichia-coli-Bakterien der Auslöser, manchmal auch Staphylokokken, Streptokokken oder eine Pilzinfektion.
Frau leidet unter Schmerzen aufgrund einer Blasenentzündung

Typische Blasenentzündung-Symptome

Es gibt spezifische Symptome, die bei einer Blasenentzündung vorkommen. Die folgenden treten dabei am häufigsten auf.

  • Schmerzen im Unterleib
  • schmerzhaftes Wasserlassen
  • ständig auf die Toilette müssen, dabei kommen aber immer nur wenige Tropfen Urin
  • Eintrübungen oder Blutbeimengungen im Urin
  • unangenehmer Uringeruch
  • Fieber
  • Nierenschmerzen als Folgekomplikation bei Nierenbeteiligung

Wichtig

Treten Fieber oder Nierenschmerzen auf, ist der Gang zum Arzt unverzichtbar!

Diagnose der Blasenentzündung

Die Anamnese beim Arzt gibt schnell Aufschluss über die Erkrankung. Die Symptome einer Blasenentzündung sind meist sehr eindeutig und machen nur selten weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich. Bei unklaren Symptomen kann allerdings auch per Urintest die Anzahl an Keimen im Urin bestimmt werden. Vorhandenes Blut lässt sich so ebenfalls feststellen.

Wenn ein Antibiotikum nicht richtig anschlägt, kann das Anzüchten einer Bakterienkultur sinnvoll sein. So lässt sich herausfinden, um welche Erreger es sich handelt und der Arzt kann gezielt ein geeignetes Antibiotikum auswählen.

Bei Schwangeren wird bei mehreren Vorsorgeuntersuchungen standardmäßig auch der Urin auf Keime geprüft. Denn manche Frauen haben in der Schwangerschaft zwar keine Symptome einer Blasenentzündung, aber dennoch Keime im Urin, die die Gefahr einer Nierenbeteiligung erhöhen.

Behandlung der Blasenentzündung

In leichten Fällen reichen einfache Maßnahmen aus, um die Blasenentzündung zu behandeln. Ganz viel Tee trinken, eine Wärmflasche gegen die Schmerzen und etwas Ruhe sind in vielen Fällen schon erfolgreich. Mit einem speziellen Nieren- oder Blasentee lassen sich die Bakterien in der Blase oftmals ausspülen, Bärentraubenblättertee wirkt zusätzlich leicht antibakteriell. Statt einer Wärmflasche eignen sich auch warmfeuchte Wickel oder warme Sitzbäder, um die Schmerzen zu lindern.

Wichtig

Gehen die Beschwerden nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen zurück oder kommen Fieber, Blut im Urin und allgemeines Unwohlsein dazu, sollte man allerdings schnellstens zum Arzt. Mit der Gabe von Antibiotika lässt sich die Entzündung und eine aufsteigende Infektion bis zu den Nieren verhindern.


Mit den richtigen Maßnahmen einer Blasenentzündung vorbeugen

Tipps, wie Sie einer Blasenentzündung vorbeugen

Manche Menschen bekommen immer wieder Blasenentzündungen. Zur Vorbeugung kann man allerdings einiges tun. Wichtig ist eine ausreichende Trinkmenge. Bis zu zwei Liter am Tag sollten es mindestens sein, damit die Bakterien aus der Blase gespült werden. Ebenfalls wichtig ist es, die Blase regelmäßig komplett zu entleeren, denn zu langes Einhalten kann Blasenentzündungen fördern.

Nach dem Geschlechtsverkehr ist ein Toilettengang zu empfehlen, damit beim Sex eingeschleppte Keime ausgespült werden. Neben der korrekten Intimhygiene (richtig abwischen und Reinigung ohne Seife!) ist es außerdem wichtig, die richtige Unterwäsche zu tragen. Diese sollte aus pflegeleichten und bei mindestens 60 Grad Celsius waschbaren Materialien (z. B. Baumwolle) bestehen, damit Keime keine Chance mehr haben. In einigen Fällen kann auch die Behandlung mit Milchsäurebakterien hilfreich sein, damit das Scheidenmilieu gesund bleibt.

Hilft Akupunktur bei Blasenentzündung?

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) kommt die Akupunktur zur Behandlung immer wiederkehrender Blasenentzündungen zum Einsatz. Mit der Akupunktur soll die Immunabwehr gestärkt und so dem Auftreten von Blasenentzündungen vorgebeugt werden. Bei leichten Beschwerden ist die Akupunktur eine zusätzliche Maßnahme, die nicht schaden kann. Bei starken Schmerzen und Fieber ist aber immer ein Arzt aufzusuchen.