Nachtschweiß: Welche Ursachen können dahinterstecken?

Bemerken Sie bei sich selbst Nachtschweiß? Generell schwitzen alle Menschen im Schlaf und pro Nacht verlieren wir zwischen 0,5 und 1,5 Litern an Flüssigkeit. Bei einigen Personen ist der Nachtschweiß jedoch so stark ausgeprägt, dass sie davon in der Nacht aufwachen. Unter gewissen Umständen ist vermehrtes Schwitzen normal wie nach der Einnahme von scharfen Gewürzen oder einer Feier mit reichlich Alkohol.

Dennoch sollte der Nachtschweiß ein bestimmtes Level nicht überschreiten und im Zweifelsfall mit einem Arzt abgeklärt werden, denn es können generell auch schwerwiegende Erkrankungen zu Grunde liegen, wenn die Ursache nicht so eindeutig anhand des eigenen Verhaltens oder der Außentemperatur bestimmt werden kann. Welche weiteren Ursachen Nachtschweiß fördern und was sich im Allgemeinen hinter der Bezeichnung im medizinischen Sinne verbirgt, erläutern wir Ihnen in diesem Beitrag.

Was bedeutet eigentlich Nachtschweiß?

Älterer Mann auf der Couch leidet unter Nachtschweiß
SHVETS Production – Pexels

Ärzte sprechen von Nachtschweiß, wenn Menschen über einen längeren Zeitraum im Schlaf stark schwitzen. Im medizinischen Bereich wird Nachtschweiß auch als nächtliche Hyperhidrose bezeichnet. Betroffene wachen während des Schlafens auf und klagen über zum Teil nasse Schlafkleidung oder Bettlaken, die gewechselt werden müssen.

Tritt der Nachtschweiß regelmäßig auf, sind Betroffene aufgrund der Schlafunterbrechung unausgeschlafen und haben entsprechend wenig Energie. Sollten Sie hingegen das Gefühl haben, dass die Schlaftemperatur im Bett einfach zu hoch ist, können Sie mit kühlenden Bettwaren Abhilfe schaffen.

Der deutsche Hersteller Paradies führt beispielsweise eine aktiv kühlende Bettdecke, die allein aufgrund der Materialien für eine angenehme Schlaftemperatur sorgt – ganz ohne Strom oder sonstige Hilfsmittel.
Wichtig zu wissen: Personen, die an Nachtschweiß leiden, müssen nicht zwingend im Alltag übermäßig schwitzen.


Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Wenn Sie dauerhaft oder in regelmäßigen Abständen in der Nacht vermehrt schwitzen, sodass Sie davon sogar aufwachen, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Zunächst wird der Hausarzt in einem Gespräch dem Verdacht einer nächtlichen Hyperhidrose nachgehen, indem er gezielte Fragen u.a. zum Essverhalten stellt.

Weitere Untersuchungen beim Facharzt

Bringt der Besuch beim Hausarzt keine zufriedenstellende Klarheit, können weitere Besuche bei einem Internisten (Facharzt für Innere Medizin), Neurologen (Facharzt für Nervenerkrankungen) und Blutuntersuchungen folgen. Die Untersuchung des Bluts gibt beispielsweise Aufschluss über das Vorliegen von bestimmten Blut- oder Krebserkrankungen.

Welche Ursachen kann Nachtschweiß haben?

In der Regel sind die meisten Ursachen für Nachtschweiß aus medizinischer Sicht unkritisch. Nachtschweiß kann generell durch bestimmte Faktoren begünstigt werden. Hierzu zählen vor allem:

  • Ungeeignete Schlaftemperatur im Schlafzimmer
  • Konsum von Alkohol oder Nikotin
  • Bestimmte Medikamente
  • Infektionen oder hormonelle Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion

Neben diesen physischen Faktoren kann auch Stress und seelische Belastungen zu vermehrtem Nachtschweiß führen. Daher gilt im Allgemeinen, dass Stress im Alltag vermieden werden sollte.

Entspannung und Bewegung im Alltag

Entspannungsübungen und regelmäßige körperliche Aktivität können helfen, Stress dauerhaft abzubauen und Nachtschweiß somit effektiv vorzubeugen.

Wenn dem Nachtschweiß keine konkrete Ursache zu Grunde liegt, wird von idiopathischem Nachtschweiß gesprochen. Hierbei sind die Schweißdrüsen im Körper aus bislang ungeklärten Ursachen zu aktiv, wodurch das übermäßige nächtliche Schwitzen erklärt werden kann.

4 Tipps für einen besseren Schlaf

4 Tipps gegen Nachtschweiß
Wartezimmeronline.com


Welche Temperatur ist im Schlafzimmer optimal?

Die Frage nach der Temperatur ist in erster Linie eine Frage des Geschmacks und kann zwischen Paaren zu abendlichen Diskussionen führen. Der menschliche Körper senkt seine eigene Temperatur im Schlaf um etwa ein Grad ab, was bei einer hohen Umgebungstemperatur schwerer fällt und dementsprechend mehr Schweiß verursachen kann.

Optimale Schlaftemperatur

Die ideale Schlaftemperatur liegt für erwachsene Personen zwischen 15 und 18 Grad Celsius und für Babys und Kleinkinder zwischen 18 und 19 Grad Celsius. Bei Menschen, die an Nachtschweiß leiden, kann die Temperatur deutlich unter 18 Grad Celsius liegen und es kommt dennoch zu einem vermehrten Schwitzen in der Nacht.


Fazit

Jeder Mensch schwitzt im Schlaf. Einige etwas mehr, andere etwas weniger. Tritt vermehrtes Schwitzen dauerhaft oder in regelmäßigen Abständen auf, ist ein Besuch zur Abklärung beim Hausarzt empfehlenswert.