Grippaler Infekt - das hilft! Grippe

Grippaler Infekt

Was in der Umgangssprache gemeinhin als Grippe bezeichnet wird, ist meist keine echt Grippe (Influenz), sondern ein grippaler Infekt. Dieser kann zwar im symptomatischen Erscheinungsbild einer echten Grippe gleichen, wird jedoch durch andere Virusarten hervorgerufen.

Grippale Infekte sind akute fieberhafte Erkrankungen des Atemtrakts.

Ursachen und Anzeichen eines grippalen Infekts

Fieber, Schnupfen, Heiserkeit, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie eine allgemeine Abgeschlagenheit und Unwohlsein. Je nach Virus und individueller Konstitution können manche Symptome – wie beispielsweise Schnupfen – fehlen; dagegen können andere Symptome – wie z.B. Schwindel, Herzrasen, Schwellung der Halslymphknoten, Bronchitis oder auch Durchfall – hinzukommen.

Ursachen

Ein und dieselbe Virusart der etwa 200 in Frage kommenden Arten kann bei einem Menschen – je nach seiner Abwehrlage, physischer und psychischer Konstitution – einen grippalen Infekt oder auch nur eine Rachenentzündung oder Schnupfen hervorrufen.

Kennzeichnend für diese Viren ist, dass sie sich im laufe der Jahre entwickeln und tendentiell aggressiver geworden sind. Das gilt vor allem für die Viren, die im Gegensatz zum echten Grippevirus auch im Sommer zuschlagen: Bei manchen Menschen erzeugen sie eine „Sommergrippe“, bei anderen Kopfschmerzen und Schwindel, bei dritten eine Angina und bei wiederum anderen nur Abgeschlagenheit und Durchfall. Immer häufiger aber können sie auch Herzinnenhaut und Herzmuskel befallen (Anzeichen: Schweres Herzjagen und Herzrhythmusstörungen) oder auch die Bauchspeicheldrüse in Mitleidenschaft ziehen. Dies äußert sich dann über fahlgelbe, übelriechende Durchfälle.

Anzeichen

Die höhe des Fieber ist sehr unterschiedlich, bisweilen leiden die Erkrankten nur an mäßigem Fieber bis 38,5°C. In selteneren Fällen kann dieses Fiebre aber auch auf etwa 40 Grad Celsius ansteigen und durch die Brustschmerzen und Beschwerden beim Atmen an eine Lungenentzündung denken lassen.

So kann in schweren Fällen ein grippaler Infekt einer echten Grippe gleichen, zumal eine echte Grippe je nach Abwehrlage und Konstitution bisweilen auch leichter verläuft!

Wann brauchen Sie einen Arzt?

Grundsätzlich gilt: Bei einem grippalen Infekt sollten Sie immer dann einen Arzt hinzuziehen,

  • wenn das Fieber auf über 39°C steigt
  • wenn Herzjagen oder Herzrhythmusstörungen hinzukommen
  • wenn Sie unter Husten, Brustschmerzen und Beschwerden beim Atmen leiden (Verdacht auf Lungenentzündung)
  • wenn Kopfschmerzen, Erbrechen, Lichtscheu und Nackensteifigkeit auftreten (Hinweis auf Hirnhautentzündung)
  • wenn Ohrenschmerzen hinzukommen
  • wenn Sie an einer chronischen Grunderkrankung leiden (z.B. multiple Sklerose)
  • wenn Sie altersbedingt geschwächt sind

Bei Säuglingen oder Kleinkindern sollten Sie grundsätzlich einen Arzt konsultieren.

Als Arbeitnehmer sollten Sie grundsätzlich bei jedem grippalen Infekt einen Arzt aufsuchen oder bei höherem Fieber kommen lassen, da Sie mit Sicherheit länger als 3 Tage fehlen werden. Ihr Arzt wird Sie dann so lange „krank schreiben“, bis sich Ihr Organismus erholt hat. Gehen Sie frühzeitig wieder zur Arbeit, riskieren Sie unter Umständen eine Herzerkrankung. Überdies stecken Sie eventuell Ihre Kollegen an.

Risiken eines grippalen Infekts

In einigen Fällen kann ein grippaler Infekt zu einer Herzinnenhaut – oder Herzmuskelentzündung führen. Eine Herzentzündung riskieren auch diejenigen, die sich zu früh nach dem Infekt wieder in die Arbeit oder den Alltagsstress stürzen. Seltene Komplikationen sind auch Lungenentzündung sowie eine Entzündung der Hirnhaut oder des Mittelohrs. Daher sollten Sie einen grippalen Infekt keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen.


Behandlung

Oberstes Gebot für die Behandlung ist Ruhe, wenn Fieber mit im Spiel ist gilt strenge Bettruhe. Darüber hinaus sollte eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sichergestellt werden. Am besten eignen sich hierfür Mineralwasser und Tees. Ab etwa 39°C Fieber werden fiebersenkende Medikamente verschrieben. Trotz eventueller Appetitlosigkeit sollte auf eine abwechslungsreiche Ernährung geachtet werden, die obendrein vitamin – und mineralsoffreich sein sollte.

Kann man einem grippalen Infekt vorbeugen?

Die wirksamste Vorbeugung ist immer noch das Meiden größerer Menschenmassen in „Grippezeiten“ – aber das ist leichter gesagt als getan. Ansonsten könne Sie natürlich versuchen, Ihr Abwehrsystem zu stärken, etwa durch

  • gezielte Abhärtungsmaßnahmen wie ausgedehnte Spaziergänge an frischer Luft
  • eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung
  • aktive Stressreduktion im Alltag
  • Vermeidung von überheizten, trockenen Räumen

Desweiteren ist ein rücksichtsvoller Umgang mit seinen Mitmenschen unumgänglich. Das bedeutet etwa, dass bei eindeutigen Krankheitssymptomen der Arbeitsplatz verlassen werden sollte, um seine Kollegen nicht anzustecken. Denn ein grippaler Infekt verbreitet sich über die sog. Tröpfcheninfektion aus. Bei jedem Niesen oder auch beim bloßen Sprechen werden feinste Mikrotropfen an die Luft abgegeben. Diese verteilen sich im Raum und können von ihren Mitmenschen aufgenommen werden. Erschwerend kommt hierbei hinzu, dass wir bereits etwa zwei Tage vor dem Auftreten erster Krankheitsanzeichen infektiös für unsere Mitmenschen sind.

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