Wie kann man Parodontitis vorbeugen?


Viele Kinder und Erwachsene sind mit Karius und Baktus vertraut. Sie bauen Häuser in Zähnen und die Löcher sind äußerst schmerzhaft. Doch Parodontitis ist noch viel gefährlicher als Karies. Das Risiko wird nur viel zu selten thematisiert. Neben Zahnverlust drohen auch körperliche Beschwerden. Studien untersuchen gerade einen Zusammenhang zu erhöhtem Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder sogar Frühgeburten.
Daher ist es für jeden unerlässlich, seine Zähne gut zu pflegen, nicht umsonst werden in Deutschland rund 1,6 Milliarden Euro in Zahn- und Mundpflegemittel investiert. Wie schützt man sich allerdings richtig vor Parodontitis? Was braucht man dafür?

Frau behandelt Paradontis mit Zahnseide
Foto von Sora Shimazaki von Pexels

Was ist eine Parodontitis?

Man isst und trinkt über den ganzen Tag verteilt immer wieder. Ablagerungen an den Zähnen bleiben zurück. Diese bilden Plaque und dort fühlen sich Bakterien wohl. Sie bauen die Speisereste ab. Das menschliche Immunsystem greift diese Bakterien an, bei diesem Prozess entzündet sich das Zahnfleisch. Das löste eine Kettenreaktion aus, die schließlich Zähne irreversibel schädigt und schließlich kann der gesamte Zahnhalteapparat, also Gewebe und Knochen, angegriffen werden.

Gut zu wissen

Die Begriffe “Parodontitis” und “Parodontose” werden für dieselbe Symptomatik verwendet.

Die Symptome einer Parodontitis


Das Erste, was einem Betroffenen auffällt, ist, dass das Zahnfleisch entzündet ist. Im weiteren Verlauf kommt es zu schmerzenden Stellen und auch die Zähne reagieren empfindlich auf warmes und kaltes Essen und Getränke. Bei fortgeschrittener Parodontitis fängt auch das Zahnfleisch an zu bluten. Ursache für die Symptome: Das Zahnfleisch weicht zurück und die Zahnhälse liegen frei. Im noch vorhandenen Gewebe entstehen sogenannte Taschen, in denen die Bakterien optimale Bedingungen finden und sich vermehren.

Schließlich verlieren die Zähne ihren Halt und können ausfallen. Die Parodontitis kann sich auch weiter ausbreiten, etwa in den Rachenraum hinein.

Ist eine Parodontitis heilbar?


Ja, die gute Nachricht für alle Betroffenen ist: Parodontose lässt sich behandeln. Grundsätzlich ist eine gründliche Zahn- und Mundhygiene essenziell. Daher steht zu Beginn der Behandlung eine professionelle Zahnreinigung an. Hier werden alle Stellen, die man schlecht etwa mit der Zahnbürste erreichen kann, gereinigt und das entzündete Zahnfleisch wird ebenfalls behandelt. Die Bakterien finden keinen Lebensraum mehr.

Eine medikamentöse Behandlung mit Antibiotika kann in einzelnen Fällen eine sinnvolle Ergänzung sein. Auch spezielle Mundspülungen können den Heilungsprozess begleiten, reichen aber nicht als alleiniges Mittel aus.

Können weder die Zahnreinigung noch die Medikamente die Bakterien abschließend ausmerzen, muss der behandelnde Zahnarzt einen kleinen Eingriff vornehmen. Hierbei werden die Zahntaschen manuell gereinigt und wieder durch Nähte geschlossen, sodass auch die Zahnhälse wieder geschützt sind. Sind die Zähne etwa bereits stark in Mitleidenschaft gezogen, kann der Fachmann sie wieder mit künstlichem Zahnmaterial aufbauen.


Was sind die Risikofaktoren einer Parodontitis?


Wissenschaftler verfolgen aktuell Zusammenhänge, die befürchten lassen, dass der gesamte Organismus durch Parodontitis gefährdet werden könnte. So sollen etwa die Risiken für Herzanfälle und Schlaganfälle signifikant erhöht sein. Auch Frühgeburten können mit Parodontitis zusammenhängen.

Tipps zur Vorbeugung einer Parodontitis


Da hilft nur das, was auch bei Karius und Baktus stets empfohlen wurde: Zähneputzen, Zähneputzen, Zähneputzen. Allerdings nie direkt nach dem Essen, denn das greift den Zahnschmelz zusätzlich an. Besser mit einigem Abstand putzen.Zudem sollte man regelmäßig Zahnzwischenraumbürstchen oder Zahnseide verwenden. Auch eine oder zwei professionelle Zahnreinigungen pro Jahr sollte man seinen Zähnen gönnen. Dabei kann man auch im Kontakt bleiben und schon über erste Anzeichen eines möglichen Zahnfleischproblems sprechen.

Fazit

Früherkennung ist auch hier sehr wichtig.
So kann man Karies und Bakterienbefall für immer zurückdrängen und seine Zähne bis ins hohe Alter gesund halten. Man erinnert sich: “Karius und Baktus sind ganz traurig, weil sie kein Haus mehr haben. Nun müssen sie sich ein neues bauen. Aber noch bevor sie dazu kommen, putzt sich Jens wieder gründlich die Zähne. Beim Spülen werden Karius und Baktus herausgespült und fallen durch den Abfluss ins Meer. Dort schwimmen sie noch immer und suchen nach neuen Zähnen, wo sie Löcher bohren können.”