Tollwut - Rabies

Tollwut (Rabies)

Tollwut ist eine bei Menschen sehr seltene Virusinfektion. Übertragen wird sie durch den Speichel tollwutkranker Tiere (Fuchs, Dachs, streunende Hund oder Katzen, Eichhörnchen, Ratten, Mäuse). Die Viren gelangen mit dem Speichel eines zubeißenden Tieres in die Bisswunde. Lange nach der Infektion kommt es zu gesteigertem Speichelfluss und erhöhter Reizbarkeit. Über neuronale Schädigungen kommte es zu Lähmungserscheinungen die meist tödlich enden.

Tollwut in Deutschland und weltweit

Nach Schätzungen der WHO gibt es weltweit durch Tollwut noch über 50.000 Todesfälle. Den größten Anteil an Tollwut-Toten hat Indien zu beklagen. Dort sind streunende Hunde der Hauptüberträger des Rabies-Virus. In Deutschland war der letzte vermerkte Tollwutfall ein infizierter Fuchs aus dem Jahr 2006. Doch Forscher warnen vor der Fledermaustollwut, deren Überträger, die Vampirfledermaus, auch in Deutschland beheimatet ist (Quelle). Auch bei Reisen in die sog. Entwicklungsländer ist heute noch Vorsicht geboten – allen voran in Indien, Türkei, und die meisten afrikanischen Länder. Hier kann eine Impfung (siehe unten) sinnvoll sein.

Ansteckung

Der Tollwut-Erreger aus der Familie der Lyssa-Viren befindet sich im Speichel infizierter Tiere. Bei einem Biss gelangt der Virus in die Blutbahn des Menschen, und von dort wandert er über das zentrale Nervensystem ins Gehirn.

 

Krankheitsverlauf

Im sog. Vorstadium der Krankheit (Prodromalstadium) haben Infizierte mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieberschüben zu kämpfen. Diese unspezifischen Symptome haben in der Vergangenheit nicht selten zu Fehldiagnosen geführt.

Die zweite Phase wird als Exzitationsstadium bezeichnet und ist durch eine Hydrophobie des Erkrankten gekennzeichnet. Das bedeutet, der Patient reagiert mit Krämpfen auf den Kontakt mit Wasser. Bereits der Anblich oder das Geräusch von fließendem Wasser reichen aus, um Wutanfälle (daher der Name ‚Tollwut‘) und wilde Schreianfälle auszulösen.

In der dritten Phase folgen Apathie, Teilnahmslosigkeit und schwerwiegende Lähmungserscheinungen. Dies führen letztlich über Atemlähmung und zum Tod.


Anzeichen / Symptome

Erst 30 bis 50 Tage nach dem Biss machen sich die ersten spezifischen Krankheitsanzeichen bemerkbar. Die Infizierten leiden unter starkem Speichelfluss, Reizbarkeit und Schluckbeschwerden. Doch dann kommt jede medizinische Hilfe zu spät: Die Schädigung des Nervensystems führt zu totaler Lähmung und bald zum Tod. Im Folgenden sind die häufigsten Symptome der 3 Stadien aufgelistet:

Phase 1 – Anfangsstadium

  • Juckreiz an der Infektionsstelle
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen, Übelkeit
  • Untriebigkeit

 

Phase 2 – Erregungsstadium

  • Wasserscheu (Hydrophobie)
  • Krämpfe über den gesamten Körper verteilt
  • gesteigerter Speichelfluss
  • Wahnvorstellungen und geistige Klarheit im Wechsel
  • Gereiztheit und seelische Unruhe

 

Phase 3 – Lähmungsstadium

  • Lähmungserscheinungen
  • Lähmung des Atemzentrums – Tod

Behandlung

Es gibt kein Heilmittel gegen Tollwut! Nach Bissen von Füchsen, aber auch von Hunden oder Katzen mit abnormen Verhaltensweisen und Speichelfluss sofort einen Arzt aufsuchen. Dieser wird die Wunde behandeln und ein Tollwut-Serum injizieren, das Antikörper gegen die Viren enhält (postexpositionelle Impfung).

Gegen Tollwut vorbeugen – Impfung

Auch heute noch besteht die einzige Möglichkeit der Heilung in einer sofortigen, nachträglichen Impfung, sobald der Verdacht auf Tollwut besteht (Postexpositionelle Immunprophylaxe). Dies muss innerhalb weniger Stunden nach der Bissverletzung geschehen, um gute Heilungschancen zu wahren und den Ausbruch der Krankheit zu unterbinden.

Doch es besteht auch die Möglichkeit der klassischen Impfung. Hierfür sind drei Injektionen erforderlich. Im Zweijahresrythmus muss dann eine Auffrischung zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes gegen Tollwut erfolgen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (34 Bewertungen. Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...