Pocken (Variola)

Pocken (Variola)

Dank der überall konsequent durchgeführten Pockenschutzimpfung ist diese ehemals so gefürchtete Virusinfektion global ausgestorben. Durch die WHO wurde die Welt 1980 für pockenfrei erklärt. Selbst in Äthiopien, Bangladesch, Pakistan und Indien, den früher am meisten betroffenen Ländern, wurden seit Jahrenzehnten keine Fälle mehr registriert. Je nach Virusart betrug die Sterberate etwa 10 bis 15 Prozent. Der Variola-Erreger wird nur von Mensch zu Mensch weitergegeben, was eine globale Ausrottung vereinfachte.

Pocken – Die Erreger und ihre Übertragung

Bei den Pocken-Erregern handelt es sich um Viren der Gattung Orthopoxvirus. Pockenviren zählen zu den größten Viren überhaut und ähneln erstaunlich stark gewöhnlichen, tierischen Zellen. Nichtsdestotrotz sind auch diese Viren nicht in der Lage, einen eigenständigen Stoffwechsel zu betreiben und sich ohne Gegenwart eines Wirtes zu vermehren. Der Übertragungsweg entspricht ganz klassisch dem einer Tröpcheninfektion (vergleichbar mit der Grippe- Infektion) über Husten oder Niesen. Auch das Einatmen von Staub, der sich beispielsweise auf Kleidungsstücken von Pockenpatienten befand, kann zu einer Infektion führen.

Pocken – Krankheitsverlauf und Symptome

Als Inkubationszeit wird der Zeitabschnitt zwischen Infektion und Krankheitsausbruch bezeichnet, innerhalb dessen sich die Erreger im Wirt akklimatisieren und vermehren. Dieser beträgt bei Pockenviren üblicherweise knapp 2 Wochen. Erste Symptome sind Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost und Rückenschmerzen.



Charakteristisch für Pocken ist der sog. biphasische Fieberverlauf. Denn nach wenigen Tagen sinkt urplötzliche das Fieber auf normale Körpertemperatur ab, um einen Tag darauf erneut zu steigen. Dies geht dann mit den typischen, äußerlich sichtbaren Hautveränderungen einher. Diese sog. Effloreszenzen treten über den ganzen Körper verteilt auf. Besonder dicht gedrängt erscheinen Sie im Gesicht sowie auf den Armen und Beinen. Anders als bei Windpocken, durchlaufen alle Pocken zeitgleich diesen Rhythmus: Auf einen bloßen Fleck (Makula) folgt eine Papel, bei der es sich um erbsengroße Hautverdickungen handelt. Daraufhin bilden sich Vesikel (Bläschen) aus die zu Pusteln (Eiterbläschen) heranreifen. Final vertrockenen die Pusteln und es bilden sich Krusten. Der gesamte Krankheitsprozess von der Makula zur verheilenden Kruste dauert mehrere Wochen. Die Sterberate lag damals bei etwas über 30% aller Infizierten. Die Überlebenden trugen oft bleibende Schäden von einer Pockeninfektion davon. Dazu zählten Taubheit, Erblindung sowie neuronale Schädigungen.

Impfung gegen Pocken

Die Pockenimpffplicht ist in Europa bereits seit vielen Jahren abgeschafft, da die Wahrscheinlichkeit einer Infektion quasi nicht mehr besteht. Hier überwiegt das Risiko von Impfkomplikationen den Nutzwert einer Impfung. Selbst bei Reisen in potentiell gefährdete Länder ist eine Impfung gegen Pocken kaum ratsam.

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