Intrathekal

Intrathekal

Definition Intrathekal

IntrathekalIntrathekal kommt aus dem lateinischen und bezieht sich auf „innerhalb der Dura mater“ oder „in den Liquorraum“.

Dura mater

Es gibt drei Hirnhäute, die Dura mater, die Arachnoidea mater, auch Spinnwebenhaut genannt, und die Pia mater. Die Dura mater wird als harte Hirnhaut bezeichnet und liegt am weitesten außen. Die äußerste Hirnhaut grenzt das Gehirn gegenüber dem Schädel ab. Die Pia mater, die zarte Hirnhaut, ist die innerste Schicht.

Definition Liquorraum

Der Begriff bezieht sich auf einen Spaltraum, dem Subarachnoidalraum, zwischen der Arachnoidea mater und Pia mater. Da in ihm der Liquor zirkuliert, liegt ihm die Definition Liquorraum zugrunde. Der Liquorraum ist ein Hohlraumsystem. Es verläuft im beziehungsweise um das Gehirn und dem Rückenmark herum. Der Begriff Liquor beschreibt eine wasserklare, protein- und zellarme Flüssigkeit. Die Aufgabe des Liquors, liegt im Stoffwechsel der Nervenzelle und als Schutz vor mechanische Einwirkungen. Die Liquorpunktion hat diagnostische und therapeutische Zwecke.

Intrathekal

Intrathekal ist ein Begriff aus der Medizin und meint die Applikation von Injektionen in den Liquorraum. Das Applizieren von Medikamente intrathekal, erfolgt bei verschiedenen therapeutischen Verfahren, wie der Lumbalpunktion. Der Begriff Lumbalpunktion, beschreibt die Entnahme von Liquor. Dabei wird eine Hohlnadel innerhalb des Duralsackes (Schlauch, der durch die Dura mater geformt wird) im Bereich der Lendenwirbel eingeführt.

Beispiele für Applikation von Medikamenten intrathekal

Beispielsweise lassen sich Chemotherapeutika intrathekal applizieren. Ein Hirnabszess wird durch das Applizieren von Antibiotika erstbehandelt. Besondere Bedeutung hat das Applizieren von Medikamenten intrathekal in der Schmerzbehandlung. Die Spinalanästhesie ermöglicht es, dass die Signalübermittlung in den vom Rückenmark ausgehenden Nerven gehemmt wird. Dadurch wird eine zeitweilige Blockade der Sensibilität und Motorik der unteren Körperhälfte erreicht. Die Spinalanästhesie erfolgt mit einem Lokalanästhetikum, dass innerhalb des Subarachnoidalraums verabreicht wird. Es ist auch möglich eine Medikamentenpumpe intrathekal zu platzieren, zur direkten Schmerzbehandlung bei Tumorerkrankungen.

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