Insulintherapie Insulinpen

Insulintherapie – Wirkung und Umsetzung

Die Hormonzufuhr von außen kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Bauchspeicheldrüse das Insulin selbst nicht (mehr) in ausreichenden Mengen dem Organismus zur Verfügung stellen kann. Der Typ-1-Diabetiker ist bereits zu Beginn der Zuckererkrankung von der Insulingabe abhängig. Typ-2-Diabetiker benötigen Insulin erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Je nach individuellen Voraussetungen sowie Ernährung und Bewegung können viele Typ2-Patienten ihr gesamtes Leben lang ohne Insulintherapie auskommen.

Trotz intensiver Forschung ist es bislang nicht gelungen, eine Alternative zu den Insulinspritzen zu finden. Insulin als Tabletten gibt es nicht.

Wirkungsweise der Insulintherapie

Vom Grundprinzip her nimmt die Insulingabe von außen den Betazellen der Bauchspeicheldrüse etwas Arbeit ab. Denn diese Zellen in den sog. Langerhans’schen Inseln sind nicht mehr in der Lage, ausreichende Mengen an Insulin zu produzieren. Insulin ist als Hormon dafür verantwortlich, dass gelöste Zuckermoleküle aus dem Blut in die jeweiligen Zielzellen (beispielsweise in den Muskeln) gelangen können. Auf diese Weise wird der Blutzuckerspiegel gesenkt und die Körperzellen werden mit Energie versorgt.

Möglichkeiten der Insulinverabreichung

Es ist bislang nur möglich, sich Insulin in flüssiger Form zu spritzen. Meist wird dabei subcutan (in das Fettgewebe unmittelbar unter der Haut), seltener intravenös (direkt in die Blutgefäße) oder gar intramuskulär gespritzt. Mittlerweile sind verschiedenste Darreichungsformen in der EU zuglassen.

Insulinspritzen

Heute sind Einwegspritzen mit sehr dünnen Nadeln üblich. Auch wenn die Insulinpens ihnen den Rang abgelaufen haben, so sind sie nachwievor fester Bestandteil einer jeden Notfallausrüstung für Diabetiker. Die Insulinmenge in den Spritzen ist standardisiert auf U40 (40 Insulineinheiten pro Milliliter) und U100.

Insulintherapie Insulinpen  Insulinpen

Die Insulinpens ähneln optisch einem Kugelschreiber und werden mit Insulinpatronen befüllt. Vor jeder Injektion müssen die Nadeln aufgeschraubt werden. Die Füllmenge kann über ein Gewinde je nach gewünschter Dosis präzise justiert werden.

Es sind auch Fertigpens oder auch Einwegpens verfügbar, die anch dem einmaligen Gebrauch komplett entsorgt werden.

Insulintherapie mit einer Insulinpumpe  Insulinpumpe

Insulinpumpen ermöglichen die zeitliche stabile Insulinverabreichung in das Unterhautfettgewebe. Die Pumpe kann über eine zeitlichen Ablaufplan vorprogrammiert werden, so dass eine stabile Grundversorgung an Insulin (Basalrate) erreicht wird. Bei gesteigertem Insulinbedaft, insbesondere also nach der Nahrungsaufnahme, kann manuell eine erhöhte Insulindosis verabreicht werden.

 

 

Therapieformen mit Insulin

Konventionelle Insulintherapie (CT)

Bei dieser Form wird ein Zeitplan erstellt, der zu bestimmten Zeiten eine Insulingabe vorschreibt. Zielgruppe der konventionellen Insulintherapie sind Diabetes-Typ2 Patienten im gehobenen Alter, die hier eine gewisse Tagesroutine notwendig ist. Das Insulin wird dabei 2 bis 3 Mal täglich injiziert. Wichtig ist eine kontrollierte Ernährungsweise mit vorgegebenen Kohlenhydratmengen. Somit ist eine flexible Ernährungsweise in dieser Therapievariante unmöglich.

Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)

Diese Therpieform findet hauptsächlich bei Typ-1-Diabetes und bei Typ-2-Diabetikern im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf ihre Anwendung. Hierbei werden zwei unterschiedliche Insulinarten verwendet. Eines, was die Blutzuckerspitzenwerte unmittelbar nach den Mahlzeiten abfedern soll (Bolus) und eines, dass eine Grundversorgung an Insulin im Blut des Patienten sicherstellt. Dabei wird das Basisinsulin bis zu 3mal täglich verabreicht, und der Bolus jeweils zu den Mahlzeiten. Im Allgemeinen lässt sich die ICT etwas besser an flexible Lebensumstände anpassen als dies bei der konventionellen Therapie der Fall ist.


Supplementäre Insulintherapie (SIT)

Die supplementäre Insulintherapie ist für Diabetes Patienten gedacht, die noch eigenständig Insulin in gewissen Mengen herstellen können. Gerade bei Typ2 Diabetes liegt oft das Problem vor, dass zwar eigentlich ausreichend Insulin von der Pankreas gebildet wird, dieses aber ineffektiv ist. Es liegt eine Wirkstörung des Insulins vor. Hierbei können Medikamente wie Metformin helfen, Insulin in seiner Wirkung zu unterstützen. Zusätzlich können schnell wirksame Insuline unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme eingenommen werden, um die natürliche Insulinaussüttung nachzuahmen. Durch dieses Vorgehen können die gefährlichen Blutzuckerspitzen nach dem Einnehmen von Mahlzeiten verhindert werden. Die Wirkstoff der oralen Diabetiker wie Metformin mindern die zugeführte Insulindosis erheblich und fördert duch das mögliche Auslassen von Zwischenmahlzeiten eine leichte Gewichtsreduktion.

Basal unterstützte Oraltherapie (BOT)

Diese Therapieform wird vorwiegend bei Typ2-Diabetikern angewendet, die über einen erhöhten Nüchternblutzucker am frühen Morgen verfügen. Die Verabreichung eines langfristig wirkenden Basalinsulins am Abend unterdrückt die Gluconeogenese in den Morgenstunden und führt so zu normalen Blutzuckerwerten vor dem Frühstück.

Pumpentherapie (CSII) – kontinuierliche subkutane Insulininfusion

Die modernste und fortschrittlichste Therapie für Typ-1- Diabetiker ist die Pumpentherapie. Derzeitiges Problem liegt in den hohen Kosten, die von den Krankenkassen meist nicht ohne weiteres erstattet werden.

Über eine stationär am Körper des Patienten befestigte Insulinpumpe wird vollautomatische die benötigte Insulinmenge in das subkutane Fettgewerbe (meist oberhalb der Hüfte) injiziert. Zudem kann manull von Seiten des Patienten bei besonderen körperlichen Anstrengungen die Insulinmenge variiert werden.

 

Links und Infovideos rund um Insulintherapien:

 

[youtube height=“315″ width=“420″]https://www.youtube.com/watch?v=5m_2GFtgQKk[/youtube]

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