Krafttraining für alle: 9 gesundheitliche Vorteile

Mit Krafttraining verbinden viele Menschen von vor Muskeln nur so strotzende Bodybuilder. Studien und Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass gut ausgeführtes Krafttraining in jedem Alter lebensverändernde Effekte bringen kann.

Vier gesundheitliche Vorteile von Krafttraining
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Krafttraining bei Kindern und Jugendlichen

Eltern, aber auch Trainer sind oft der Meinung, dass Krafttraining für Kinder gefährlich ist. Inzwischen hat die Wissenschaft jedoch zahlreiche Studien veröffentlicht, laut denen Krafttraining auch bei Kindern positiv auf die Gesundheit und die Entwicklung wirkt. Dazu sollte Krafttraining aber nicht als eigener Sport, sondern lediglich als Ergänzung für den Sport der Kinder ausgeführt werden.

Krafttraining macht Kinder schneller

Die Kraft gehört bei den meisten Sportarten zu den wichtigsten Fähigkeiten. Kinder, die Krafttraining ausüben, können also Widerstände (z.B. das eigene Körpergewicht) leichter bewegen und dadurch bessere sportliche Leistungen erzielen. Eine Studie zeigt zudem, dass Kinder, die regelmäßig Krafttraining machen, in der Pubertät einfacher ihrer Kraftfähigkeit verbessern können, weil sie die dafür notwendigen Grundlagen bereits aufbauen.

Krafttraining senkt Verletzungsrisiko der Kinder

Krafttraining reduziert laut einer wissenschaftlichen Studie das Risiko von Sportverletzungen deutlich. Gezieltes Training kann somit Kreuzbandrissen, Schulterschmerzen oder Rückenschmerzen vorbeugen, weil sich die Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen der Kinder an die Belastung langsam anpassen und widerstandsfähiger werden. Krafttraining in Kombination mit Koordinationstraining ist bei Kindern und Jugendlichen daher eine essenzielle präventive Maßnahme, um Verletzungen beim Sport und im Alltag zu verhindern.

Krafttraining erhöht die Knochendichte der Kinder

Regelmäßiges Krafttraining erhöht die Knochendichte bei Kindern um zehn bis 20 Prozent. Dieser Effekt ist laut einer Studie besonders groß, wenn bereits vor der Pubertät damit begonnen wird. Eine weitere Untersuchung belegt, dass besonders die hohe Muskelaktivität beim Krafttraining dazu führt, dass die Knochendichte zunimmt.

Krafttraining bei Erwachsenen

Auch bei Erwachsenen ist die positive Wirkung des Krafttrainings durch zahlreiche Studien belegt. Laut Physiotherapeuten wie Alexandros Swoch aus Berlin ist besonders ein starker Rücken und eine ausgeprägte Rumpfmuskulatur wichtig, um Rückenschmerzen und andere Berufskrankheiten zu verhindern.

Krafttraining verbessert die Körperhaltung

Die meisten Erwachsenen bewegen sich in ihrem Alltag kaum. Hinzukommen oft einseitige Belastungen und eine falsche Körperhaltung, die langfristig zu Fehlstellungen und chronischen Schmerzen führen können. Regelmäßiges Krafttraining bietet einen guten Ausgleich und kann somit die allgemeine Haltung des Körpers verbessern und die Rückbildung der im Alltag kaum beanspruchten Muskeln verhindern.

Krafttraining verhindert Muskelschwund

Bei Menschen beginnt ab dem 30. Lebensjahr der altersbedingte Muskelschwund (Sarkopenie), der dazu führt, dass pro Jahrzehnt zwischen drei und fünf Prozent der Muskelmasse verloren gehen. Laut einer Studie verlieren Menschen im Laufe ihres Lebens dadurch bis zu 30 Prozent ihrer Muskelmasse. Ein regelmäßiges Hypertrophietraining kann diesen Abbau verhindern und auch im Erwachsenenalter zu einem deutlichen Muskelwachstum führen.

Krafttraining zur Verbesserung der psychischen Gesundheit

Krafttraining wirkt sich nicht nur auf die physische, sondern auch auf die psychische Gesundheit positiv aus. Laut Studien sinken depressive Symptome und diverse Angstparameter durch Krafttraining deutlich. Zudem führt Muskelaufbautraining zu einem besseren Selbstbewusstsein und reduziert das Stresslevel nach einem anstrengenden Arbeitstag deutlich.

Krafttraining bei Senioren

Inzwischen haben zahlreiche Studien belegt, dass Krafttraining auch für Senioren gesundheitliche Vorteile bietet und dazu beitragen kann, im Alter die Lebensqualität und die individuelle Freiheit beizubehalten.

Hypertrophietraining erhält die Unabhängigkeit und Beweglichkeit

Laut Professor Dr. Ingo Froböse, Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) erhält Krafttraining bei Senioren die Beweglichkeit und Unabhängigkeit. Durch die gestärkte Muskulatur werden nicht nur Schmerzen verhindern, sondern ältere Menschen erhalten auch ihre Unabhängigkeit und können beispielsweise weiterhin allein einkaufen.

„Gesunde und kräftige Knochen und Muskeln sind der Garant für mehr Gesundheit und Unabhängigkeit im Alter. Regelmäßiges Krafttraining fördert neben der Kraft auch Beweglichkeit, Koordination, Ausdauer und den Gleichgewichtssinn – im Alter unverzichtbar“

Interview mit Professor Dr. Ingo Froböse auf t-online

Starke Muskeln reduzieren das Sturzrisiko

Im hohen Alter nimmt das Risiko für Stürze deutlich zu. Verantwortlich dafür sind schwächere Muskeln, die den Körper nicht mehr ausreichend stabilisieren können. Ein präventives Krafttraining kann dies verhindern und den Gleichgewichtssinn sowie die Beweglichkeit fördern.

„Das Sturzrisiko zu senken, ist im Alter unverzichtbar. Stürze ziehen oft Brüche nach sich, die mit zunehmendem Alter schwerer heilen. Das kann zu bleibenden Behinderungen führen. „Sollte es zu einem Sturz kommen, kann eine gut ausgebildete Muskulatur die Wahrscheinlichkeit für einen Bruch mindern, da die Muskulatur die Knochen stützt und einen Sturz bis zu einem gewissen Grad abfedern kann“

Interview mit Professor Dr. Ingo Froböse auf t-online

Krafttraining kann Osteoporose vorbeugen

Der Knochenstoffwechsel funktioniert nur bei ausreichender Bewegung. Damit es im Alter nicht zu einem Abbau der Knochensubstanz kommt, müssen die Knochen und Gelenke regelmäßig moderat belastet werden. Krafttraining eignet sich dazu ideal und bildet damit die Basis für ein gesundes Knochengerüst im hohen Alter.

„Knochen und Muskeln befinden sich in einem ständigen Erneuerungsprozess. Etwa alle zwölf bis 15 Jahre haben sie sich einmal runderneuert. Muskel- und Ausdauertraining sind für einen gesunden Knochenstoffwechsel unverzichtbar und helfen, dem Abbau der Knochensubstanz im Alter entgegenzuwirken, also Osteoporose vorzubeugen“

Interview mit Professor Dr. Ingo Froböse auf t-online

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Um Osteoporose vorzubeugen, ist neben einem regelmäßigen Training auch eine muskel- und knochenfreundliche Ernährung wichtig. Senioren sollen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) besonders auf ausreichend Eiweiß achten. Empfohlen sind bei über 65-Jährige ein Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.