Die Aminosäure Arginin

Bildquelle: https://cdn.pixabay.com/photo/2013/07/12/17/38/dna-152135_960_720.png

L-Arginin oder kurz Arginin ist eine der wichtigsten Aminosäuren im menschlichen Körper. Die Aminosäure ist an vielfältigen biologisch-chemischen Prozessen beteiligt und damit ein echter Allrounder. Arginin wurde im Jahre 1886 von den deutschen Chemikern Ernst Schulze und Ernst Steiger entdeckt. Arginin gehört von den rund 200 Aminosäuren zu den 22 Aminosäuren, welche die Bildung von Eiweißstrukturketten unterstützen. Damit, dass sie gleich vier verschiedene Stickstoffatome besitzt, bietet die Aminosäure ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Wichtig ist es deshalb, weil nur mit dieser Aminosäure eine enzymatische Reaktion im Körper stattfinden kann, durch die schließlich Stickstoffmonoxid (NI) hergestellt wird.

Abgrenzung zum Medikament

Obwohl die Aminosäure Arginin bei zahlreichen Krankheitsgruppen gesundheitsfördernd wirkt, handelt es sich bei L-Arginin um kein Medikament. Es ist keine speziell entwickelte Lösung gegen bestimmte Krankheiten, sondern eine semiessentielle Aminosäure, die der Körper zum Teil über die Nahrung aufnehmen kann. Wer also genügend Lebensmittel verzehrt, die Nüsse, Hülsenfrüchte, Ölsamen, Kürbiskerne, Fleisch, Krebstiere, Eier und Hefe enthalten, braucht sich über eine Mangelerscheinung keine Sorge zu machen. Wer dies aber nicht tut und zudem im Sport oder Beruf regelmäßige Höchstleistungen vollbringt, für den wäre L-Arginin als Supplement eine ernsthafte Alternative.

Verbesserungen im Eiweißstoffwechsel

Durch die Beteiligung an eiweißhaltigen Prozessen im menschlichen Körper wird durch Arginin das Muskelwachstum bei einer gleichzeitigen Fettverbrennung gefördert. Zudem wirkt Arginin kollagenbildend, sodass die Sehnen, Muskeln, Bänder, Knorpel sowie die Haut von den Strukturproteinen profitieren. Auch der Energieumsatz im Körper steigt, was die Fettablagerung langfristig zu vermeiden hilft und die Aminosäure auch für diätetische Zwecke attraktiv macht. Die Förderung der Durchblutung durch Arginin wirkt sich auch auf das Muskelwachstum positiv aus, weil die Muskeln besser mit Nährstoffen versorgt werden. Studien der Universität Exeter haben ergeben, dass durch die Einnahme von Arginin eine Leistungsverbesserung bis zu 20 % erzielt werden kann. Auch die Kondition verbessert sich durch die bessere Versorgung mit Sauerstoff, sodass das Supplement insbesondere in der Sportler- und Fitnessszene populär ist.

Wirksam gegen mehrere Krankheitsgruppen

Aus Gesundheitsaspekten fällt die Vielzahl an positiven Wirkungen durch Arginin auf, sodass die Aminosäure bei mehreren Krankheitsgruppen sinnvoll sein kann. So wirkt sich die Aminosäure vorteilhaft auf das Herzkreislaufsystem auf. Sie entspannt die Herzmuskulatur und kann als Vorbeugung gegen den Herzinfarkt verwendet werden. Durch seine Beteiligung an der Produktion von Insulin, kann durch Arginin der Blutzuckerspiegel gesenkt werden, sodass es prophylaktisch und kurativ gegen Zucker hilft. Aufgrund der Verbesserung der Durchblutung durch eine Erweiterung der Blutgefäße ist Arginin zudem hilfreich gegen Erkrankungen wie Thrombose und Arteriosklerose. Auch der Blutdruck kann durch die Einnahme von Arginin nachhaltig gesenkt werden.

Das Kapillarsystem profitiert ebenfalls von der besseren Durchblutung, weil die Follikel besser mit Nährstoffen versorgt werden. Aus diesem Grund stimuliert Arginin das Haarwachstum, kann bei Haarausfall in Betracht gezogen werden und kann auch gegen Tinnitus helfen. Arginin dient als Fänger von freien Radikalen und anderen schädlichen Mikroorganismen, erhöht die Produktion von weißen Blutkörperchen und verbessert das Immunsystem. Auch mental lassen sich Vorteile in Form von einer besseren Reizübertragung und damit durch die Förderung der neuronalen Netzwerke erzielen, was sich unter anderem in einer Stärkung des Gedächtnisses niederschlägt. Der Cortisonspiegel wird erhöht, sodass sich Effekte gegen Angst und Stress durch die Einnahme erzielen lassen.

Die Anwendung von Arginin

Da der menschliche Körper Arginin zum Teil selbst herstellt und auf die Aminosäure angewiesen ist, sind Nebenwirkungen nur bei einer deutlichen Überschreitung der empfohlenen Dosierung als Supplement zu befürchten. Die empfohlene Dosis liegt bei 3 bis 5 Gramm täglich. Die Einnahme kann einmal täglich erfolgen oder über den Tag verteilt. Sportler erzielen die höchsten Effekte bei einer Einnahme eine Viertelstunde vor dem Training. Ob die Aminosäure auf pflanzlicher oder tierischer Basis eingenommen wird, hat keine Auswirkungen für den Organismus.