Sympathomimetikum

Sympathomimetikum

SympathomimetikumEin Sympathomimetikum bezeichnet jene Medikamente, die die Wirkung des Sympathikus verstärken.

Der Sympathikus gehört zum vegetativen Nervensystem und innerviert vor allem die Funktionen im Körper, die diesen in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzen („Fight-or-flight“). Der Sympathikus bewirkt eine allgemeine Leistungssteigerung mit erhöhtem Energieverbrauch. Der Blutdruck und die Herzfrequenz werden gesteigert, sowie die Atemwege erweitert. Diese Wirkung wird als ergotrop bezeichnet. Medikamente, wie ein Sympathomimetikum, verstärken diesen Effekt.

Direkte und indirekte Sympathomimetika

  • Das direkte Sympathomimetikum

Das direkte Sympathomimetikum wirkt an den Adrenozeptoren. Sie werden von physiologischen Botenstoffen, sogenannte Neurotransmitter, aktiviert. Zu den Neurotransmitter gehören Adrenalin und Noradrenalin. Durch Nachahmung der Neurotransmitter, Adrenalin und Noradrenalin werden die Adrenozeptoren aktiviert.

  • Das indirekte Sympathomimetikum

Eine indirekte Reaktion wird durch die Erhöhung der Konzentration von Neurotransmitter im synaptischen Spalt erzielt. Sie greifen also nicht direkt an die Rezeptoren an. Der Synaptische Spalt bezeichnet einen schmalen Zwischenraum zwischen einer Nervenzelle und einer nachgeschalteten Zelle. Für eine Erregungsübertragung zwischen diesen Zellen, benötigt es Neurotransmitter. Stehen mehr Neurotransmitter zur Verfügung, verstärken diese die Wirkung des Sympathikus auf indirekte Weise.

Alpha und Beta Sympathomimetikum

Je nach Bindung des Rezeptors, lässt sich ein Sympathomimetikum in Alpha oder in Beta-Sympathomimetikum einteilen. Eine direkte Bindung und dadurch deren Aktivierung zu Alpha-Adrenozeptoren werden als Alpha-Sympathomimetika bezeichnet. Diese Medikamente werden vorwiegend lokal eingesetzt, um eine Verengung des Gefäßes zu bewirken. Beispielsweise die Wirkung des Nasensprays führt zu einer Abschwellung der Nasenschleimhaut. Sie dürfen nicht an Extremitäten verabreicht werden, da die Gefäßverengung, zu Durchblutungsstörungen führen kann.

Ein Beta-Sympathomimetikum greift die Beta-2-Rezeptoren an. Diese Medikamente kommen vorwiegend in der Lungenheilkunde zum Einsatz. Die Wirkung wird am besten durch Inhalation erzielt. Sie verstärken die bronchodilatative (atemwegserweiternde) Wirkung. Beispielsweise bei Asthma und COPD wird dieses Sympathomimetikum verschrieben.

Sympathomimetikum mit Wirkung an Alpha und Beta Rezeptoren
Es gibt auch Medikamente, die an beiden Rezeptoren angreifen. Beispielsweise Katecholamin-Derivate kommen vorwiegend in der Intensivmedizin zum Einsatz.

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