Praktisches Jahr im Medizinstudium – Infos und Ausstattung

Der letzte Abschnitt des Medizinstudiums steht bevor und mit ihm das sogenannte Praktische Jahr. Die wichtigsten Informationen zu diesem Studienabschnitt und welche Ausstattung für Medizinstudenten nun Sinn ergibt.

Praktisches Jahr im Medizinstudium – was umfasst dieser Begriff?

Der letzte Abschnitt des Medizinstudiums sieht eine praktische Tätigkeit von 48 Wochen vor. Diese muss im letzten Studienjahr erfolgen. Das praktische Jahr wird auch gerne “PJ” genannt und kann entweder im eigenen Umkreis oder an einer von der Universität anerkannten Klinik im Ausland durchgeführt werden. Generell ist das praktische Jahr in Krankenanstalten der Hochschule sowie in Akademischen Lehrkrankenhäusern möglich. Bei der Durchführung des Praktischen Jahres hat sich auch durch die neue Approbationsordnung nichts geändert.

Ziel

Medizinstudenten haben die Chance Praxiserfahrung zu sammeln und ihr theoretisches Wissen zu vertiefen

Wie unterteilt sich das “PJ”?

Das praktische Jahr wird in drei Abschnitte unterteilt. Die Tertiale umfassen eine Dauer von je 16 Wochen und erfolgen in den Fächern Innere Medizin, Chirurgie sowie in einem klinisch-praktischen Wahlfach. Wurde das PJ abgeschlossen, erfolgt der 3. Teil der Ärztlichen Prüfung.

Was wird im Praktischen Jahr gemacht?

Medizinstudenten bekommen im praktischen Jahr einen zuständigen Arzt zugeteilt. Dieser begleitet die praktischen Erfahrungen und überwacht erste Tätigkeiten, die Medizinstudent durchführen darf.

Mögliche praktische Tätigkeiten

  • intravenöse Applikation von Medikamenten
  • kapilläre und venöse Blutentnahme
  • subkutanen und intramuskulären Injektionen
  • Versorgung von unproblematischen Wunden
  • zweite/dritte Op-Assistenz

Was benötige ich für das praktische Jahr?

Für das PJ benötigen Medizinstudenten die passende Berufskleidung. Je nach Fachbereich gibt es hier unterschiedliche Anforderungen, die am besten zuvor erfragt werden sollten. Allgemein sollte die Berufskleidung gut sitzen und angenehm zu tragen sein. Es empfiehlt sich schon jetzt eine hochwertige Arzttasche anzuschaffen. Pflanzlich gegerbtes Leder und eine umweltfreundliche Herstellung sind wichtige Kennzeichen von Qualität. So investiert man in eine Tasche, die einen auch später im Berufsleben begleiten wird. Auch einige diagnostische Instrumente werden in der Regel für das PJ benötigt. Anatomische Modelle wie zum Beispiel ein künstlicher Injektionsarm können wertvolle Hilfsmittel sein, das Erlernte praktisch zu üben, bevor es an die echten Patienten geht.

Wann muss ich mich anmelden und wie erfolgt die Platzvergabe?

Wie immer gilt: Frühzeitig anmelden ist das A.und O. Vorallem, wenn man spezielle Wünsche hinsichtlich der Unterbringung hat. Ob Uniklinik oder akademisches Lehrkrankenhaus bleibt den Studenten je nach persönlichen Zielen weitgehend selbst überlassen. Aktuelle Meldefristen können den jeweiligen Landesprüfungsämtern entnommen werden. Mithilfe eines Verteilungsverfahrens der einzelnen Universitäten, werden den Studenten die möglichen PJ-Plätze zugewiesen. Wichtig ist, dass Sie an der jeweiligen Universität immatrikuliert sind, um berücksichtigt zu werden. Studenten aus dem Ausland werden im zweiten Durchgang berücksichtigt, wenn noch Plätze übrig sind.

Die Arbeitszeit eines Praktischen Jahres entspricht im Normalfall der tarifvertraglich vereinbarten Arbeitszeit im öffentlichen Dienst, also rund 38,5 Stunden pro Woche.

Nicht vergessen:

Wie in den Semestern zuvor an der Uni zurückmelden. Rein rechtlich sind Sie auch im PJ noch Student, besuchen aber keine Vorlesungen und belegen auch keine Kurs- oder Seminarplätze.

Worauf man sich einstellen sollte

Es ist besser an das PJ keine zu hohen Anforderungen zu stellen, denn in der Realtiät sieht die Praxiserfahrung nicht immer rosig aus. In den letzten Jahren sorgten der Umgangston und die tatsächliche praktische Erfahrung für viel Kritik in einigen Berichten wie im Spiegel. Studenten würden nur als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden hieß es in einigen Berichten. Ganz vorbeugen kann man dem sicherlich nicht. Doch eine überlegte Auswahl des Krankenhaus, in dem man das PJ absolvieren möchte, kann Studenten helfen von vorne herein bestimmte Aspekte zu verhindern oder zu minimieren.

Noch mehr Informationen und aktuelle News zum PJ findest Du auch auf der Seite des Ärzteblatts.