Malaria

Malaria

Nach wie vor gehört die Malaria zu den schwerwiegendsten Parasitenerkrankungen des Menschen, obwohl sie in großen Gebieten Afrikas bereits ausgerottet ist. Verursacht wird sie durch den parasitären Befall der roten Blutkörperchen mit Malaria-Plasmodien (Einzeller). Als Überträger der Plasmodien dienen Stechmückenarten (Anophelesmücken), die die Plasmodien von einem bereits infizierten Menschen zum noch Gesunden tragen.

Der Malaria-Erreger und sein Lebenszyklus

Malaria ist nicht gleich Malaria. Je nach Erreger unterscheiden sich die Krankheitverläufe in ihrer Dauer und es treten auch unterschiedliche Symptome auf. Am häufigsten und auch am besten untersucht ist der Erreger Plasmodium falciparum, daneben können aber auch Plasmodium vivax, Plasmodium ovale und Plasmodium malariae für den Menschen gefährlich werden.

Der Entwicklungszyklus der Malaria-Plasmodien beim Menschen verläuft nach dem Stick der Anophelesmücken in zwei Phasen (vereinfacht):

1. Die Plasmodien dringen in die Leberzellen ein und reifen dort, bis sie nach Aufplatzen der Zellen in die Blutbahn strömen.

2. Hier dringen sie in die roten Blutkörperchen ein und reinfen weiter zu männlichen oder weiblichen Geschlechtszellen heran, die beim Saugakt der Anophelesmücke mit dem Blut aufgenommen werden. Im Mückenmagen kommt es zur geschlechtlichen Vereinigung der männlichen und weiblichen Zellen, woraus infektionstüchtige Sporozoiten entstehen, die sich in der Speicheldrüse der Mücke konzentrieren und beim nächsten Saugakt in die Blutbahn des Menschen oder eines anderen Wirbeltieres geraten.

Anzeichen einer Malariaerkrankung – Symptome

Durch den Erythrozytenzerfall kommt es zum Malariafieber, welches sich alle 2 bis 4 Tage wiederholt. Als Folge des Zerfalls der roten Blutkörperchen kommt es zu einer hämolytischen Anämie (Blutarmut) sowie mit fortschreitender Infektionsdauer zu einer Milzvergrößerung. Zudem neigen die von Parasiten befallenen roten Blutkörperchen zur Verklumpung, was zu gefährlichen Gefäßverschlüssen führen kann. Geschieht dies in Gefäßen des Gehirns, wird von cerebraler Malaria gesprochen.

Ein Befall mit der Plasmodienart Plasmodium falciparum (Malaria tropica) kann sich zuerst mit Brechdurchfall, typhusartigem Fieber und Schläfrigkeit äußern – was ein häufiger Grund für Fehldiagnosen darstellt.

Ohne Neuinfektion verschwinden die Symptome nach einigen Wochen. Dennoch sind auch Jahre danach noch Rückfälle möglich, die aufgrund von Gefäßverschlüsse auch tödlich verlaufen können.


Malaria – Diagnose

Im Verdachtsfall wird dem Patienten Blut entnommen und ein Ausstrich dessen mikroskopische untersucht. Zur besseren Erkennung der Plasmodien werden Färbemittel wie etwas die Giemsa-Färbung verwendet. Diese Untersuchung lässt sogar Rückschlüsse auf die exakte Plasmodium Unterart zu wie auch zum allgemeinen Fortschritt der Erkrankung. Dazu werden die Plasmodium im Blutausstrich relativ zur Leukozytenzahl gezählt.

Darüber hinaus sind mittlerweile Malaria-Schnelltests auf dem Markt, welche über Antigen-Nachweise zu einem sicheren Ergebnis gelangen. Doch all diese Verfahren verfügen über eine relativ geringe Sensitivität, das bedeutet, dass bei einem Befall, der nur kurze Zeit zurückliegt, möglicherweise noch keinerlei Plasmodien im Ausstrich bzw. Antigene im Blut festgestellt werden können. Bei anhaltendem Verdacht ist daher ein erneuter Test am folgenden Tag notwendig.

Vorbeugung und Behandlung von Malaria

Trotz intensiver Forschung ist es bislang nicht gelungen, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Ein wesentlicher Teil der Vorbeugung besteht im Schutz vor dem Vektor, der Anophelesmücke. Moskitovertreibende Mittel sind hier ebenso angesagt wie körperbedeckende Kleidung. Zusätzlich ist es ratsam, bei Reisen in Malariagebiete eine Chemoprophylaxe durchzuführen sowie sog. Stand-by-Medikamente zu sofortigen Eigenmedikation mitzunehmen. Zur Malariatherapie stehen mittlerweile zahlreiche Medikamente zur Verfügung, unter anderem das natürlich vorkommende Chinin. Dennoch sind die meisten Arzneimittel auf diesem Gebiet mit teils heftigen Nebenwirkungen verbunden.

Links und Videos für weitere Malaria-Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Malaria

[youtube height=“315″ width=“420″]https://www.youtube.com/watch?v=ACU8wGEUnb4[/youtube]

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (63 Bewertungen. Durchschnitt: 4,80 von 5)
Loading...