Lusitrop

Lusitrop

LusitropDie Bedeutung des Begriffs lusitrop wird in der Medizin im Kontext der Herzmuskulatur verwendet.Lusitrop umfasst Wirkungen, die auf die Relaxation (Erschlaffung) der Herzmuskulatur (Myokard) beeinflussend sind. Es geht um die Zeit, bis die Herzmuskulatur eine schnelle und vollständige Erschlaffungerfährt. Die Relaxationsgeschwindigkeit kann gesteigert (positiv lusitrop) oder abgesenkt werden (negativ lusitrop).

Bedeutung von positiv lusitrop und negativ lusitrop

Die Medizin unterscheidet zwischen positiv lusitrop (Steigerung der Relaxationsgeschwindigkeit) und negativ lusitrop (Absenkung der Relaxationsgeschwindigkeit). Adrenalin wirkt z.B. positiv lusitrop, Herzglykoside negativ lusitrop.

Beeinflussend auf die Relaxationsgeschwindigkeit

Beeinflussend auf die Geschwindigkeit der Relaxation wirkt der Calciumtransport aus dem Zytoplasma. Die Erschlaffung der Myokard ist kein passiver Prozess – der Calcium-Rücktransport verbraucht Energie. Bei Energie- oder Sauerstoffmangel ist er behindert – der Herzmuskel versteift.

Relaxation (Entspannung, Erschlaffung)

Relaxation entstammt dem lateinischen relaxare (entspannen). Der Begriff hat in der Medizin unterschiedliche Bedeutung: In der Physiologie bezeichnet man dadurch die Entspannung einer kontraktilen, d.h. einer sich zum zusammenziehen fähigen, Struktur (z.B. eines Organs oder Muskels). In der Anästhesie verwendet man den Begriff im Kontext der Verabreichung von Muskelrelaxanzien, die beeinflussend auf die Muskelentspannung wirken. In der Radiologie wird der Begriff im Rahmen der bei der Kernspintomografie sich entwickelnde Magnetisieren in transversale und longitudinale Richtung verstanden. Die Entspannung von Muskulatur wird im Rahmen der Psychotherapie durch den Einsatz von progressiver Muskelrelaxation (PMR) versucht zu erreichen.

Myokard (Herzmuskulatur)

Als Herzmuskulatur oder Herzmuskel (Myokard) wird in der Medizin die Schicht bezeichnet, die von der Herzinnenhaut (dem Endokard) ausgekleidet ist und an der die Herzaußenwand (der Epikard) liegt. Sie zieht sich zusammen und entspannt sich wieder, um Blut in den Kreislauf zu pumpen. Versorgt wird die Herzmuskulatur von den Herzkranzgefäßen, die der Hauptschlagader (Aorta) entspringen. Diese haben eine enorme Bedeutung: Wird ein Herzkranzgefäß verschlossen, wie es bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) der Fall ist, wird der Muskelabschnitt dadurch von der Blutzufuhr abgeschnitten und kann bei länger anhaltendem Zustand absterben.

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