Kleine Wehwehchen selbst behandeln

Die Notaufnahmen ächzen unter der immer größeren Zahl an Patienten, die sie zu behandeln haben. Schuld daran ist nicht etwa eine steigende Zahl an Unfällen und Notfällen, sondern der Komfort vieler Patienten. Denn statt zum Arzt zu gehen, kommen viele Patienten mit Kleinigkeiten zur Notaufnahme. Diese können die Patienten aber nicht einfach wegschicken. Das ist ein großes Problem, denn die finanziellen Ressourcen und das Personal wird zunehmend aufgebraucht. Dabei können viele Wehwehchen auch einfach zu Hause behandelt werden. Auch die Telemedizin ist hinsichtlich dieser Problematik ein Lösungsansatz.

Telemedizin

In vielen Ländern schon längst im Einsatz, tut sich Deutschland noch recht schwer mit der Einführung der Telemedizin. Baden-Württemberg lässt momentan eine Testphase laufen, bei der die Telemedizin auf Wirkung und Effizienz getestet werden soll. In Zukunft soll das Konzept ausgebaut werden, so wie es auf dem Ärztetag beschlossen wurde. So werden zukünftig auch Rezepte und Krankschreibungen per Telemedizin ausgestellt. Vorteilhaft ist es dann, wenn man nur ein Rezept oder ein Attest bei einer Erkältung braucht. Denn was anderes wird auch ein Hausarzt in seiner Praxis nicht machen. Auf diese Weise können Arztpraxen entlastet werden, die sich so auf ernsthafte Krankheitsfälle konzentrieren können. Darüber hinaus werden auch viele Notaufnahmen etwas leerer werden.

Selbstbehandlung

wehwechen selbst behandeln

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Viele Erkrankungen und Wehwehchen lassen sich auch zu Hause behandeln. Oftmals wurde schon vom Arzt eine Diagnose gestellt. Bei Kopfschmerzen muss man nicht jedes Mal zum Arzt laufen, genauso wenig wie bei Sodbrennen oder Rückenschmerzen. Die Behandlung von Sodbrennen erfolgt meist medikamentös mit Arzneimitteln aus der Apotheke. Dort bekommt man meist auch die nötige Beratung zum Medikament sowie Informationen zur Einnahme. Aber auch mit Hausmitteln lässt sich Sodbrennen bekämpfen. Das Hausmittel der Wahl heißt Backsoda oder chemisch Natriumcarbonat. Ein Teelöffel des feinen, leicht salzigen Pulvers in Wasser gelöst, kann bereits einen großen Teil der Magensäure neutralisieren und so das Sodbrennen lindern.

Sodbrennen, Kopfschmerzen und Co. müssen nur dann ärztlich behandelt werden, wenn sie mehrmals im Monat auftreten und mit Medikamenten gelindert werden müssen. Auch wenn die Leiden unerträglich werden, ist der Gang zum Arzt Pflicht. Hinter den Leiden steckt nicht immer etwas Böses, doch in einigen Fällen können die Symptome auf ein schwereres Krankheitsbild hinweisen. Das gilt natürlich auch nur dann, wenn die Symptome plötzlich und unerklärlich auftreten. Wer von zu scharfem Essen Sodbrennen hat und dieses mehrmals im Monat verzehrt, der sollte sich eher über seine Essgewohnheiten Gedanken machen, als über ein ernsthaftes Krankheitsbild.

Vorsicht bei kleinen Kindern und Senioren

Was für Erwachsene gilt, ist nicht gleich bei Kindern und Senioren. Während kleine Kinder sich meist nicht gut ausdrücken und das Leiden nicht beschreiben können, vertuschen ältere Menschen ihre Probleme meist oder reden sie klein. Das hat einige Senioren schon das Leben gekostet, denn viele Symptome deuten auf schwere gesundheitliche Probleme hin, die oft nicht ohne Arzt erkannt werden. Bei kleinen Kindern können Leiden auftreten, die bei ihnen besonders typisch sind. Eltern sollten hier keinesfalls Eigendiagnosen erstellen und die Symptome auch nicht auf sich selbst übertragen.

Eine Grippe ist bei Erwachsenen beispielsweise nicht so schlimm, kann bei Kleinkindern unbehandelt aber auch tödlich enden. Gleiches gilt für Senioren. So sind Lungenentzündungen bei normalen Erwachsenen meist unproblematisch, bei älteren Menschen aber unbedingt behandlungsbedürftig. Durch das geschwächte Immunsystem haben es nämlich andere Krankheitserreger einfacher in den Organismus der Kleinen und Älteren einzudringen und dort Schaden anzurichten. Hier ist der Gang zum Arzt eine durchaus empfehlenswerte Sache. Auch die Telemedizin würde in solchen Fällen wohl auf den Arzt oder in fortgeschrittenen Fällen auf die Notaufnahme verweisen. Auch wenn nichts Tragisches hinter den Symptomen steckt, ist es doch besser, es vom Arzt zu erfahren.