Gürtelrose (Herpes Zoster)

 

Diese oft schwere und überaus schmerzhafte Infektionskrankheit wird vom Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst. Das Virus befällt das Ausbreitungsgebiet eines Rückenmarks- oder Gehirnnervs. Am häufigsten sind Nervensegmente im Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich betroffen (daher „Gürtelrose“).

 

Symptome der Gürtelrose

 

Alles beginnt mit Hautbrennen und Schmerzen, sehr bald kommen Hautrötungen und schließlich das Aufschießen von prallgefüllten, perlartigen Bläschen hinzu. Später trübt sich der Inhalt der Bläschen, sie werden dann gelblich eitrig, und die umgebende Rötung verschwindet. Die Bläschen trocknen nach etwa einer Woche ein und verborken, nach 2 bis 3 Wochen werden sie abgestoßen, leider oftmals mit Narbenbildung. Typisch für die Gürtelrose ist das Zurückbleiben langdauernder Nervenschmerzen, insbesondere bei älteren Patienten.

 

Zoster befällt seltener jüngere Menschen, am häufigsten ist er bei 50- bis 70 Jährigen anzutreffen. Je älter der Patient, desto schwieriger ist meist der Verlauf. Einen schwerwiegenden Verlauf erkennt man an blutigen Bläschen, oft entstehen dann schwere Gewegsschädigungen, die nur sehr zögerlich abheilen.

 

Entstehung der Gürtelrose

 

Eine Infektion mit dem VZV-Virus verursacht zwei Krankheiten: Die Windpocken (Varizella) und die Gürtelrose (Herpes Zoster). Nach einer Windpockenerkrankung, meistens im Kindesalter, bleiben die Erreger der Gürtelrose lebenslang im Körper. Ein gesunder Organsimus ist allerdings in der Lage, den inaktiven Virus unter Kontrolle zu halten, solange das Immunsystem intakt ist. Erst bei einer längerfristigen Schwächung der körpereigenen Abwehrkräft kann das Virus die Oberhand bekommen und es kommt zu den oben genannten Symptomen. Insgesamt haben weltweit etwa 94% aller Erwachsenen das VZV-Virus in sich, können also theoretisch eine Gürtelrose bekommen.

 

Gürtelrose – Risikofaktoren

 

Theoretisch kann jeder im Laufe seines Lebens an der Gürtelrose erkranken, der den Virus in sich hat. Zumindest all jene, die in ihrer Kindheit bereits an Windpocken erkrankt sind, können sich dessen gewiss sein. Doch es gibt auch seltene Fälle, in denen Windpocken symptomatisch nicht in Erscheinung getreten sind.

 

Dennoch bekommen nicht alle Personen, die den VZV-Virus in sich haben, in ihrem Leben eine Gürtelrose. Denn das hängt davon ab, wie gut die körpereigenen Abwehrkräfte den Virus in Schach halten könne. Somit gilt: Je gesünder und stärker das Immunsystem, desto geringer ist das Risiko einer Gürtelrose. Folgende Faktoren tragen zu vermehrter Bildung einer Gürtelrose bei:

 

  • Hohes Alter
  • Chronische Erkrankungen (AIDS, Multiple Sklerose…)
  • Immunsuppressiva (=Medikamente, welche die eigenen Abwehrkräfte in Schach halten; werden insbesondere bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt.)
  • Tumore mit einhergehender Chemotherapie
  • angeborene Defekte des Immunsystems
  • UV-Strahlung (Gürtelrose kann auf Sonnenbrand folgen!)

 

Gürtelrose – Spezielle Körperpartien

 

Eine relativ häufige Sonderform ist der Zoster ophthalmicus, welcher das Auge betrifft. Dieser betrifft einen Ast des Trigeminusnervs, eines Hirnnervs, der unter anderem Stirn- und Augenbereich versorgt. Begleiterscheinungen sind hier nicht selten Hornhautgeschwüre und Augenmuskellähmungen.
Auch Zoster oticus ist eine Sonderform, welche insbesondere das äußere Ohr befällt


Gürtelrose – Verlauf und Prognose

 

In aller Regel heilt eine akute Gürtelrose innerhalb von 1 bis maximal 3 Wochen vollständig ab. Ein Kratzen an den betroffenen Körperstellen gilt es zu unterlassen – was durch die einhergehenden Schmerzen aber oftmals von vornherein unterbleibt.

 

Nur in Kombination mit einem drastischen Immunschwäche (z.B. wenn eine Reihe an zusätzlichen Erkrankungen im hohen Alter oder eine AIDS Erkrankung vorliegen) kann eine Gürtelrose tödlich verlaufen.

 

Ein Phänomen – die sogenannte postzosterische Neuralgie – kann unter Umständen zu Schmerzen führen, nachdem die äußerlich sichtbare Gürtelrose bereits verschwunden ist. Schuld daran ist eine forwährende neuronale Erkrankung, welche lokal auf das Nervengewebe unterhalbe der Hautpartie begrenzt ist. Dies trifft auf über 60% aller Patienten zu. Gerade hier macht sich ein frühzeitiges, medikamentöses Gegensteuern bezahlt und die Schmerzen können im Zaum gehalten werden.

 

Gürtelrose – Behandlung

 

Im Grunde sind 3 verschiedene Therapieformen üblich. Sie dienen allesamt den Zielen, die Schmerzen sowie die Erkrankunsdauer zu reduzieren und etwaige Komplikationen sowie Folgeerkrankungen (wie die postzosterische Neuralgie) möglichst auszuschließen.

 

Symptomatische Therapie

 

Hier wird versucht, den Hautausschlag mit Tinkturen in Grenzen zu halten und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Dabei wir allerings nicht die Ursache für den Ausschlag, sondern lediglich die Symptomatik bekämpft. Für eine Erstversorgung vor einem anstehenden Arztbesuch raten wir aufgrund ihrer schmerzlindernden Wirkung zu kalten Umschlägen.

 

Antivirale Therapie

Hier steht die Vergabe von Virostatika, also Medikamente welche den VZV-Virus bekämpfen, im Zentrum. Somit geht es der Ursache an den Kragen und nicht den Symptomen. Die antivirale Therapie kommt gerade bei älteren Personen zum Einsatz, da hierdurch gefährliche Krankheitsverläufe, wie sie in jungen Jahren nicht vorkommen, verhindert werden.

 

Kortikosteroide Therapie

 

Durch die Vergabe von Cortisol oder Cortisolderivaten wird die Entzündungsreaktion bekämpft. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die körpereigene Immunabwehr nicht zu sehr unterdrückt wird. Dennoch ist eine Kortikosteroidtherapie oftmals äußerst förderlich.

 

Generell werden schmerzlindernde Mittel (Ibuprofen), insbesondere bei älteren Menschen auch Antibiotika zur Abschirmung gegen bakterielle Sekundärinfektionen, verwendet. Suchen Sie bei Verdacht auf Gürtelrose unbedingt schnellstmöglich einen Arzt auf. Dieser kann den Abheilungsprozess beschleunigen und evtl. einer Narbenbildung und der postzosterische Neuralgie entgegenwirken.

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