Die Praxis richtig einrichten – so fühlen sich Patienten und Personal wohl

Bei der Einrichtung einer Praxis gibt es viele Gesichtspunkte zu berücksichtigen, damit sich sowohl die Angestellten der Arztpraxis, aber vor allem die Patienten wohlfühlen. Der Patient sieht als Erstes den Empfangsbereich und dann das Wartezimmer. Daher spielt das Erscheinungsbild dieser beiden Bereiche eine wichtige Rolle und zeigt, inwieweit in der Praxis die Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt werden. Weitere Aspekte bei der Einrichtung einer Praxis sind die Behandlungsräume. Diese sollten modern, zweckmäßig und aufgeräumt sein und mit modernen medizinischen Geräten verschiedener Arten ausgestattet sein. Die Arztpraxis sollte den Mitarbeitern ein angenehmes Arbeiten ermöglichen und den Patienten das Gefühl vermitteln, in der Praxis gut aufgehoben zu sein. Die folgenden Punkte spielen eine Rolle, um einer Praxis ein harmonisches und trotzdem zweckmäßiges Ambiente zu verleihen:

Mehr Wohlfühlfaktor: Die Praxis richtig einrichten

Die wichtigsten Aspekte

Der Empfangsbereich / Anmeldung

Der Empfangsbereich sollte der zentrale Ort der Arztpraxis sein. Er vermittelt dem Patienten den ersten Eindruck der Praxis. Bei der Gestaltung sollte auf die Wahrung der Diskretion der Praxiskunden geachtet werden, was durch eine hohe Theke erreicht werden kann. Ansonsten sollte der Bereich hell und freundlich sein. Das vermittelt dem Patienten ein positives Gefühl. Auf der Theke sollte ausreichend Platz sein, damit der Patient mitgebrachte Unterlagen ablegen kann. Eine Abstellfläche für eine Handtasche oder einen Aktenkoffer vor der Theke ist nützlich, damit der Patient in Ruhe nach der Krankenversichertenkarte oder anderen Unterlagen suchen kann. Um eine Unterschrift leisten zu können oder einen Termin in einen persönlichen Kalender eintragen zu können, sollten Stifte bereitliegen. Ein Stapel mit Visitenkarten sollten ebenfalls bereitliegen, damit der Patient Information über die Praxis zur Verfügung hat.
Für die Büroarbeiten wie beispielsweise für Abrechnung sollte, wenn es möglich ist, ein separates Büro zur Verfügung stehen, in dem konzentriertes Arbeiten ohne Ablenkung durch Patienten möglich ist. Weitere Informationen direkt vom Experten bekommen sie bei praxisgestalter.de.

Die Garderobe

Vor Betreten des Wartezimmers, möchten die Patienten ihre Jacken und Mäntel ablegen. Dafür sollten auch bei großem Andrang in der Praxis ausreichend Garderobenhaken oder Bügel vorhanden sein. Auch ein Schirmständer gehört zur Grundausstattung einer Praxis.

Das Wartezimmer

Der Wartebereich lässt viele Gestaltungsmöglichkeiten zu. Ein moderner Flachbildfernseher kann den Patienten Informationen über die Praxis und deren Dienstleistungen vermitteln. Damit den Patienten die Wartezeit nicht zu lange wird, bieten die meisten Arztpraxen Zeitschriften an. Die Auswahl der Zeitschriften sollte vielseitig sein und auch die jüngeren Patienten einbeziehen. Die Zeitschriften sollten auf einem entsprechenden Ständer ordentlich angeordnet sein. Das vermittelt einen besseren Eindruck als unordentlich auf einem Tisch liegende Zeitschriften. Der Raum sollte bequeme, aber trotzdem gut zu pflegende Sitzgelegenheiten bieten. Es sollten auch bei Hochbetrieb genug Stühle für die Patienten zur Verfügung stehen. Auch eine Spielecke mit Kindermöbeln und einigen Spielsachen ist sinnvoll. So sind die Kinder beschäftigt, bis sie an der Reihe sind. Die Spielecke muss jedoch von den Eltern eingesehen werden können, damit die Aufsichtspflicht nicht verletzt wird. Zuletzt ist natürlich wichtig, dass die Einrichtung des Wartezimmers wegen der Hygiene leicht gesäubert werden kann, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Die Sanitäranlagen

Die Sanitäranlagen sollten ebenfalls hell und freundlich sein. Haken an den Toilettentüren sind praktisch, um eine Jacke oder Handtasche daran aufzuhängen. Spender für Toilettenpapier, eine Box mit Hygienetücher und ein kleiner Abfalleimer in jeder Kabine sorgen für Hygiene und Sauberkeit. Oft müssen die Patienten Urin für eine Untersuchung abgeben. Dafür hat sich ein kleines Regal für leere und gefüllte Urinbecher in der Praxis bewährt. So muss der Patient nicht mit dem Becher durch die ganze Praxis laufen.

Behandlungsräume

Wichtig sind natürlich die Behandlungsräume, in denen sich der Großteil der Arbeit des Arztes abspielt. Diese Räume sollten hell gestaltet sein, damit die Patienten sich darin wohlfühlen. Eine gute Beleuchtung ist auch für den Arzt während der Behandlung sehr wichtig. Ihre Gestaltung sollte die Privatsphäre der Patienten gewährleisten. Im Behandlungsraum sollten Behandlungsliegen, einige Stühle und ein Schreibtisch vorhanden sein. Weiterhin sollte sich in jedem Behandlungsraum ein Computer befinden, damit der Arzt jederzeit Zugang zu den Daten der Patienten hat. Je nach Art der Praxis müssen alle Geräte für die Untersuchungen und Behandlungen vorhanden sein, wie ein Röntgen-Gerät, ein Ultraschall-Gerät, ein EKG-Gerät und andere mögliche Geräte.

Schränke

In einer Arztpraxis sollten unbedingt einige abschließbare Schränke vorhanden sein, in denen Gegenstände aufbewahrt werden können, zu denen die Patienten keinen Zugang haben sollten, wie Medikamente, Spritzen oder Rezepte. Auch abschließbare Aktenschränke für ärztlichen Unterlagen sind vonnöten.

Individuelle Raumgestaltung

Vor allem für Praxen, die in älteren Häusern untergebracht sind, bietet es sich an, die Büroeinrichtung maß anfertigen zu lassen. So können auch kleinere, verwinkelte Räume optimal genutzt werden.
Die Arbeits- und Behandlungsräume müssen ausreichend groß und hoch sein. Eine geschickte Raumaufteilung verhindert, dass Lärm Personen in anderen Räumen belästigt, denn Lärm bedeutet Stress und der sollte für die Patienten vermieden werden.
In jedem Raum müssen ausreichend Lichtquellen und mindestens ein Fenster vorhanden sein.

Lärm, Dämmung und Akustik

Wichtige Punkte bei der Gestaltung einer Praxis sind die Akustik und die Lärmdämmung. Eine gute Akustik ist wichtig, damit Arzt und Patient gut miteinander kommunizieren können ohne ständiges Nachfragen. Die Räume sollten so gedämmt sein, dass Gespräche im Raum draußen nicht mitgehört werden könne. Das ist hinsichtlich des Datenschutzes und der Vertraulichkeit absolut notwendig.
Außerdem sollten die Räume wärmegedämmt sein. Auch eine gute Belüftung ist sehr wichtig.

Beleuchtung

Eine Statistik, die bei Patienten erhoben wurde, hat gezeigt, dass die Patienten sich in gut beleuchteten, hellen Praxen wohler fühlen. Das gilt auch für das Personal, das bei ausreichender Beleuchtung am Arbeitsplatz besser und konzentrierter arbeiten kann.
Eine indirekte Beleuchtung vor der Empfangstheke wird als weich angesehen und wirft keine störenden Schatten. Die Theke selbst sollte beleuchtet sein, um den eintretenden Patienten gleich auf den richtigen Weg zu bringen.
Der Arbeitsbereich hinter der Theke sollte mit direktem Licht an den Arbeitsplätzen ausgestattet sein, damit die Augen der Mitarbeiter nicht so schnell ermüden.
Auch in den Behandlungsräumen sollte für ausreichend Licht gesorgt sein. Allerdings sollte das Licht nicht wie in einem Krankenhaus aus kalten Neonröhren stammen. Mithilfe eines erfahrenen Praxisgestalters können mit wenigen Lichtakzenten Räume geschaffen werden, die den Patienten ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit vermitteln und ihnen ihre Ängste nehmen.

Die Planung der Einrichtung

Der Platz, der in einer Praxis zur Verfügung steht, sollte richtig genutzt werden. Daher sollte vorher gut geplant werden, welche Möbel notwendig sind. Es ist immer sehr empfehlenswert, die benötigten Möbel für die Praxis maß anfertigen zu lassen. Vor allem die Labor Einrichtungen benötigen viel Platz. Es müssen ausreichend Stellflächen und Regale zur Verfügung stehen, damit die Labor Assistenten den Überblick behalten und gut arbeiten können. Die restliche Praxiseinrichtung sollte zu der jeweiligen Branche und zu den räumlichen Gegebenheiten passen. Neben der Einrichtung kann auch mit Dekoartikeln wie Bildern gearbeitet werden. Diese sorgen für eine angenehme Atmosphäre, in der die Patienten sich wohlfühlen. Auch Grünpflanzen tragen zu einer guten Raumatmosphäre bei.

Qualität der Einrichtung

Vor allem bei der Labor Einrichtung ist die Qualität der verwendeten Produkte sehr wichtig. Die Mitarbeiter müssen bestimmte Richtlinien und Hygienevorschriften einhalten. Die vielen kleinen Utensilien, die benötigt werden, müssen sauber und ordentlich untergebracht werden können. Bei der Gestaltung der einzelnen Arbeitsplätze kann es sehr nützlich sein, die Mitarbeiter bei der Planung mit einzubinden. Die Mitarbeiter wissen am besten, wie der Arbeitsplatz aussehen sollte, an dem sie gut und gerne arbeiten. Da die Einrichtung längere Zeit halten sollte, ist es wichtig auf die Qualität des Materials und der Verarbeitung zu achten. Der Vergleich verschiedener Anbieter und deren Kostenvoranschlägen hilft dabei, Geld bei der Einrichtung zu sparen.

Das Farbkonzept

Die Wand- und Deckenfarbe, sowie die Farben der Deko Elemente sollten aufeinander abgestimmt werden, um ein harmonisches Gesamtbild zu präsentieren. Vor allem sollten die gewählten Farben auch gut mit der Einrichtung harmonieren. Bei der Wahl der Farben spielt die Art der Praxis eine Rolle. Die Praxisräume eines Kinderarztes sollten natürlich farbenfroh und kindgerecht sein, während andere Praxisräume eher dezent gestaltet werden sollte.
In vielen Praxen machen die Empfangsbereiche und Wartezimmer durch eine Farbgestaltung in Weiß und Grau einen sterilen und nüchternen Eindruck. Sie bieten auch dem dort arbeitenden Personal keine angenehme Umgebung.
Farben und Licht können Leichtigkeit und eine angenehme Atmosphäre vermitteln. Oft reichen wenige bunte Akzente, um einem Raum aufzulockern. Des Weiteren beeinflussen Farben das Raumempfinden. Helle Räume wirken meist größer und weitläufiger. Vor allem im Wartezimmer kann dadurch ein Gefühl der Enge vermieden werden.
Der Einfluss der Farben auf die Stimmung eines Menschen ist heute hinreichend bekannt. Für Arztpraxen sind Grün, Orange oder Gelb sehr empfehlenswert.
Grün strahlt Ruhe aus und vermittelt Sicherheit und Hoffnung.
Orange hellt die Stimmung auf und vermittelt Optimismus.
Gelb steht für Licht und Freude und lindert Ängste und Depressionen.

Der Praxischeck

Es hat sich in Arztpraxen als hilfreich erwiesen, die Praxis in regelmäßigen Abständen zusammen mit den Mitarbeitern zu überprüfen. Jeder Raum sollte langsam und aufmerksam betrachtet werden. Dabei sollte vor allem an die Patienten gedacht werden. Wie fühlen sie sich in dem Raum? Ist ausreichend Platz vorhanden? Ist die Farbe und das Licht in dem Raum angenehm?
Es kann hilfreich sein, die Patienten um ihre Meinung zu bitten. Das kann in einem direkten Gespräch sein oder mithilfe von Fragebögen, die die Patienten anonym ausfüllen können.

Fazit:

Es ist nicht einfach, eine Praxis patientengerecht zu gestalten. Auf jeden Fall sollten das Raum-, Licht- und Farbkonzept sorgfältig geplant werden. Ein erfahrender Praxisgestalter ist dabei eine wertvolle Hilfe. Auf lange Sicht gesehen wird sich das lohnen. Besonders in Deutschland verbringen Patienten durchschnittlich viel Zeit im Wartezimmer. Nur wenn die Patienten sich in der Praxis auch wohlfühlen, werden sie auch auf Dauer dort Patient bleiben.