Lumbalsyndrom - Ursachen, Symptome, Therapie

Lumbalsyndrom – Definition, Symptome, Diagnostik, Therapie

Lumbalsyndrom - Ursachen, Symptome, TherapieDer untere Rückenbereich und somit die Lendenwirbelsäule ist weltweit am meisten betroffen, wenn es um Rückenschmerzen geht. Dabei handelt es sich der Definition nach zumeist um akute Rückenbeschwerden (Lumbago) oder chronische Rückenschmerzen (Lumbalgie). In der Regel sind damit Abnutzungserscheinungen sowie degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule gemeint. Das Lumbalsyndrom kann am besten mittels bildgebender Untersuchungen (Röntgen oder MRT) festgestellt werden. Ist eine Diagnose nicht gegeben, können auch Verspannungen, Stoffwechselstörungen oder andere Ursachen vorliegen.

Welche Untersuchungen werden beim Lumbalsyndrom vorgenommen?

Beim Lumbalsyndrom sind Kreuzschmerzen typisch. Vor allem der 4. sowie 5. Lendenwirbel, die zumeist stark belastet werden, sind betroffen. Durch Abnutzung von Wirbelsäule sowie Facettengelenken kann es zu Schmerzausstrahlung im Rücken, Gesäß (Glutäus), Oberschenkelbereich sowie Hüfte kommen. Kommen weiterhin

  • Taubheit,
  • Brennen,
  • Muskelschwäche,
  • Bewegungsstörungen,
  • Lähmungen,
  • Inkontinenz (Blasenschwäche),
  • und Stuhlprobleme

hinzu, ist eine Nervenbeteiligung sicher. Nach der Untersuchung kann eine Behandlung sowie konservative Therapie angestrebt werden. Hierbei können Übungen, Tapen, Vergabe einer Spritze, Akupunktur, Krankengymnastik und Physiotherapie hilfreich sein. Erst wenn diese Maßnahmen wie Gymnastik und Co. beim Lumbalsyndrom nicht weiterhelfen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Wichtig ist zunächst, die Kreuzschmerzen zu lindern. Das kann mithilfe von

  • Bewegungstherapie
  • Muskelentspannung
  • Physikalischen Therapien wie Wärme, Vibration, Kälte etc.

erreicht werden.

Was ist mit Osteochondrosis gemeint?

Bei der Untersuchung werden die verschiedenen Formen des Lumbalsyndroms herausgefiltert. Besteht eine Osteochondrose, so ist eine Veränderung der Wirbelsäule erkennbar, die durch einen Wirbelverschleiß hervorgerufen wird. Dieser Verschleiß wird durch Fehlbelastungen sowie Bewegungsmangel erzeugt. Auf dem Röntgenbild ist die Ostechondrose häufig sehr gut zu erkennen – sie tritt zumeist an der Lendenwirbelsäule auf, kann aber auch die Halswirbel betreffen.

Hinweis: Auch die Skoliose kann als Ursache benannt werden – anders als bei der Osteochondrose ist dabei eine seitliche Verkrümmung erkennbar.

Die Diagnostik kommt oftmals erst mit den Schmerzen

Die meisten Patienten wissen nicht, dass sie akut unter dem Lumbalsyndrom leiden. Erst wenn die Schmerzen unerträglich sind, suchen sie einen Arzt auf. Stellt der Experte ein Lumbalsyndrom bei Spondylolisthesis fest, sind die Wirbelgelenke zusätzlich instabil. Durch diese Maßgabe verdrehen sich die Wirbel und Lendenschmerzen sind gegeben.

Hintergrund aller Beschwerden ist oftmals die Verkürzung von Muskeln. Auch ligamentäres Muskelgewebe (instabiles Muskelgewebe) kann Sorge bereiten – die Rede ist dann von muskulären Dysbalancen. Krumme Haltung, Mangel an Bewegungen oder Überbelastung kann zum Lumbalsyndrom führen. Der Mediziner spricht allgemeinhin von einem Lumbalsyndrom bei degenerativen Veränderungen.

Rückenschmerzen werden häufig unterteilt

Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen. Daher differenzieren Ärzte die Beschwerden und unterteilen diese.

  • Lumbago: ICD 10 M54.5 g – Schmerzen im Lendenwirbelbereich, plötzlich auftretend
  • Lumbalgie: Rückenschmerzen chronisch
  • Ischialgie: ICD 10 M54.3 Schmerzen Ischias-Nerven plus Ausstrahlung in den Beinbereich
  • Lumboischialgie: ICD 10 M54.3 – Schmerzen im Lendenbereich sowie Beschwerden der Ischiasnerven mit Ausstrahlung in den Beinbereich

Gleichwohl wird differenziert zwischen Rückenschmerzen, die akut oder chronisch ausfallen. Von akut wird immer dann gesprochen, wenn die Schmerzen im Rahmen von 12 Wochen andauern. Chronisch werden hingegen Schmerzen dann zugeordnet, wenn sie über einen Zeitraum von 3 Monaten und länger anhalten. Für die Schmerzlinderung ist zunächst die Vergabe von Medikamenten vorgesehen. Je nach Stärke ist auch eine Krankschreibung vorteilhaft. Mit der Diagnose sollte jedoch auch die Therapie-Empfehlung eingehalten werden, um dauerhafte Linderung zu verschaffen.

Ergänzende Maßnahmen zur Verbesserung des Lumbalsyndroms

Nach der Diagnostik werden verschiedene Therapiestufen offeriert, um Schmerzen entgegenzuwirken. Neben der Heilgymnastik kann funktionelles Therapieren sinnreich sein. Bei der Rückenschule werden verschiedene Übungen vollzogen, bei denen die Muskeln erneut stabilisiert werden, damit die Wirbelsäule Entlastung findet.

Helfen Schmerzmedikation, Krankengymnastik und Akupunktur nicht weiter, so ist eine Heilung durch Operation in Betracht zu ziehen. In diesem Rahmen kommen verschiedene Methoden in Frage, die individuell besprochen wird.

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